Film zur Serie: Ex-Kasseler drehte „Mord mit Aussicht“

So sehen Geburtstage im Eifel-Ort Hengasch aus: Sophie Haas (Caroline Peters, vorn) feiert mit (von links) Heike Schäffer (Petra Kleinert), Bärbel Schmied (Meike Droste), Dietmar Schäffer (Bjarne Mädel) und Irmtraut Schäffer (Carmen-Maja Bülow). Fotos: wdr

Trotz guter Quoten warten Fans von "Mord mit Aussicht" immer noch auf eine vierte Staffel der Krimiserie. Nun gibt es immerhin einen TV-Film in der ARD - gedreht von einem Ex-Kasseler.

Der Regisseur Jan Schomburg kann nicht verstehen, warum immer gesagt wird, die Komödie sei das schwierigste Genre. Der gebürtige Aachener hat an der Kasseler Kunsthochschule studiert und gewann zweimal den Hessischen Filmpreis. Über die Komödie sagt der 39-Jährige: „Sie ist in ihrer Wirkung sehr leicht überprüfbar. Entweder die Zuschauer lachen, oder sie lachen nicht. Und wenn sie nicht lachen, hat man ein Problem.“

Jan Schomburg

Mit „Ein Mord mit Aussicht“ gibt es null Probleme. Beim ersten Spielfilm zur WDR-Krimiserie (Montag, 20.15 Uhr, im Ersten) muss mansehr oft lachen. Es sieht aus, als habe Schomburg das mal eben mit leichter Hand inszeniert. Entweder ist es tatsächlich ein einfaches Genre oder (was sehr viel wahrscheinlicher ist) Schomburg versteht das Komödienhandwerk.

Bereits seit 2007 bietet die Eifelserie „Mord mit Aussicht“ beste Krimiunterhaltung. 39 Folgen lang ermittelte Kommissarin Sophie Haas (Caroline Peters) im Kaff Hengasch, in das sie aus Köln abkommandiert wurde und in dem sie nicht glücklich wird. Trotz guter Quoten warten die Fans immer noch auf eine vierte Staffel. Als Trostpflaster gibt es nun kurz nach Weihnachten immerhin den 90-minütigen Film.

Schomburg arbeitete bislang vor allem fürs Kino, zuletzt mit dem Drama „Vergiss mein Ich“. Weil ihm das „seltsame Drehbuch“ von Benjamin Hessler gefiel, sagte der Wahl-Berliner, der mit der Schauspielerin Maria Schrader zusammen ist, ohne zu zögern zu. Als Vorbereitung hat er sich alle drei Staffeln „in einem Marathon“ angeschaut.

„Ein Mord mit Aussicht“ beginnt mit einem Albtraum von Haas. Polizeifunktionär Jogereit lehnt ihre Versetzung ins geliebte Köln ab. „Sie werden in Hengasch alt. Sie werden dort begraben“, sagt er. „Nur über meine Leiche“, antwortet die Dorfpolizistin.

Als Jogereit im Nachbarort Hammelforst erschossen wird, ist Haas für ihre Kollegin Sandra Holm (Nina Proll aus „Vorstadtweiber“) die Verdächtige. Der Fall wird in herrlich überdrehten Rückblenden erzählt. Man sieht, dass der Kameramann, Schomburgs Kumpel Marc Comes, aus der Kunstszene kommt. Und wie die Serie lebt auch der Film von den tollen Schauspielern wie Peters, Bjarne Mädel und Meike Droste.

Die Spezialausgabe beweist, dass die Geschichten vom Land noch lange nicht zu Ende erzählt sind. Die Zukunft ist dennoch offen. Beim WDR spricht man von einer „schöpferischen Pause“. Falls es doch weitergeht, würde Hauptdarstellerin Peters gern mit Schomburg drehen: „Er hat mir einen neuen Blick auf uns geschenkt.“

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