„Bis(s) zur Mittagsstunde“: Zahnlose Vampire

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Sie sind hin- und hergerissen zwischen der realen Welt und jener der Vampire: das Liebespaar Bella (Kristen Stewart) und Edward (Robert Pattinson).

Nach dem erfolgreichen US-Start von „New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde“, kommt der zweite Teil der Twilight-Saga nun auch in die deutschen Kinos. Lesen Sie hier die Filmkritik.

Es war im Juni 2003. Die junge Hausfrau Stephenie Meyer träumte von einem Paar: Sie Schülerin, scheu, unscheinbar; er formvollendet – und Vampir. Zwölf Wochen später, so will es die Legende, war der erste Band „Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen“ fertig. Vier Wälzer hat die Mormonin Meyer mittlerweile auf den Markt geworfen, jeder ein Bestseller. Sie ähneln sich stark: Es geht um das zwischen der Vampir- und der realen Welt strauchelnde Liebespaar Bella und Edward, um den rivalisierenden Werwolf Jacob, um Sex oder Enthaltsamkeit, um schmachtende Blicke und scheue Küsse.

Über 50 Millionen Bücher hat die US-Autorin inzwischen verkauft. Die Reihe ist ein kulturell und zeitlich gebundenes Phänomen wie Tolkiens „Herr der Ringe“ oder Rowlings „Harry Potter“ – allerdings genderspezifisch sehr einseitig: Die Fans sind nahezu alle weiblich, Teenager und gegebenenfalls noch ihre Muttis. Die lesen nicht nur, sondern sehen sich einen Film auch gerne mehr als einmal an. Anders lassen sich die phänomenalen Zahlen des ersten Kinofilms kaum erklären: Über 376 Millionen Dollar hat der bis heute weltweit eingespielt. Der zweite Teil „Bis(s) zur Mittagsstunde“ brachte es in den USA an seinem Startwochenende auf 140,7 Millionen US-Dollar.

"New Moon": Zweiter Teil der "Twilight"-Saga

Darum geht es in „New Moon“, dem zweiten Teil der „Twilight“-Saga: Endlich scheinen Bella und ihr geliebter Vampir Edward glücklich vereint, da gerät im zweiten Band der Saga ihre neue schöne heile Welt aus den Fugen. © Concorde Filmverleih
Mädchen-Schwarm Robert Pattinson alias Edward sieht sich gezwungen, seine Bella (Kirsten Stewart) zu verlassen, weil er meint, sie nur so vor sich und vor allem seiner Vampir-Familie schützen zu können. © Concorde Filmverleih
Bis beide am Ende zum nächsten (vorläufigen) Happy End finden, muss Bella ein tiefes Jammertal durchschreiten. Einzig ihr Jugendfreund Jakob Black (Lautner und damit Mädchen-Schwarm Nummer 2 des Films) schafft es, sie zumindest zeitweise aus ihren Depressionen zu befreien. © Concorde Filmverleih
Doch was muss Bella feststellen: Nicht nur ihre große Liebe Edward ist kein normaler Mensch. Auch der Indianerjunge Jakob ist inzwischen eine Art Monstrum geworden, das sich zunächst eben wegen seiner Abartigkeit auch von ihr zurückziehen will. © Concorde Filmverleih
Dabei ist er im Gegensatz zu den potenziell Menschen mordenden Vampiren ein “gutes Monster“, nämlich eine Art Werwolf, der sich nur zu dem einen Zweck in die vierbeinige Beste verwandelt, um Menschen eben vor den “kalten Wesen“, wie Edward einer ist, zu beschützen. Bella ist - soviel weiß die Fangemeinde seit dem ersten Band beziehungsweise dessen Verfilmung - ja schon lange klar, dass sie nicht ganz normal sein kann. © Concorde Filmverleih
Schließlich kann Edward die Gedanken von allen Menschen hören, nur ihre nicht. Entsprechend ist sie nicht sonderlich erstaunt, als sie Jakobs Rätsel löst, was wiederum dazu führt, dass sie Zugang zu seiner Gruppe erhält. © Concorde Filmverleih
Schließlich kann Edward die Gedanken von allen Menschen hören, nur ihre nicht. Entsprechend ist sie nicht sonderlich erstaunt, als sie Jakobs Rätsel löst, was wiederum dazu führt, dass sie Zugang zu seiner Gruppe erhält. © Concorde Filmverleih
Weil sie sich aber laufend in riesige Werwölfe verwandeln und außerdem eine übernatürlich hohe Körpertemperatur haben, laufen sie meist mit nacktem Oberkörper herum. © Concorde Filmverleih
Die Zuschauer - wohl wiederum wie im der Verfilmung des ersten Bandes meist Zuschauerinnen - bekommen also eine heftige Dosis durchtrainierte Sixpacks zu sehen. © Concorde Filmverleih

Hier führte Chris Weitz Regie, der mit dem Roman noch weniger anfangen konnte als Vorgängerin Catherine Hardwicke. Für das ausufernde Buch findet Weitz keine überzeugende filmische Vision. Die Dialoge triefen vor bedeutungslosem Kitsch. Gebetsmühlenartig wiederholen Edward (Robert Pattinson), Bella (Kristen Stewart) und Jacob (Taylor Lautner) ihre Liebesschwüre. So oft, so gedehnt, so schlicht, dass sich wirklich nur sehr, sehr junge, sehr, sehr züchtige Mädchen angesprochen fühlen könnten. „Bis(s) zur Mittagsstunde“ war schon das schwerfälligste weil handlungsärmste Buch der Reihe, und seine Existenz ist angesichts des folgenden, Bella-und-Edward-werden-bald-miteinander-schlafen-Handlungsstrangs erneut wiederholenden dritten Bands nicht schlüssig. Bis zum Finale wird also noch ein vermutlich ähnlich belanglos-modischer Schmachtfetzen zu überstehen sein.

von Ulrike Frick

Weltpremiere „New Moon“: Die sexy Vampire sind los

Szenen der Weltpremiere von „New Moon“ (zweiter Teil der „Twilight“-Saga in New York). Schauspielerin Ashley Greene gibt gerne Autogramme. © AP
Die „New Moon“-Hauptdarsteller Taylor Lautner und Kristen Stewart auf dem Weg ins Kino. © AP
Taylor Lautner wird von Matt Lauer für den Fernsehsender NBC interviewt. © AP
Sexy Kristen: Böse Zungen haben in letzter Zeit behauptet, die Schauspielerin hätte sich ein paar Pfunde zuviel angefuttert. Bei der Premiere ist nichts davon zu sehen. © AP
Kristen Stewart auf der Weltpremiere in New York. © AP
Taylor Lautner und seine Fans hautnah. © AP
Schauspielerin Dakota Fanning © AP
Rapper 50 Cent zu Gast auf der Premiereparty. © AP
Vampir-Hauptdarsteller Robert Pattinson sorgt für mächtig Kreischalarm bei der „Zahnspangenfraktion“. © AP
Dakota Fanning gibt Autogramme. © AP
Rapper 50 Cent © AP
Musiker Richie Sambora („Bon Jovi“) mit seiner Tochter. © AP
Die Fans warten schon am frühen Nachmittag am Roten Teppich. © AP
Frauenschwarm Robert Pattinson. Er landete in diesem Jahr übrigens auf Platz 15 der „Sexiest Men Alive 2009“. © AP
Heißer Blickfang: Das Kleid von Schauspielerin Elizabeth Reaser. © AP
Vampire & Werwölfe: Die Galerie des (sexy) Schreckens - Taylor Lautner spielt in „New Moon“ einen der Behaarten.... © AP
...Taylor Momsen eine Vampirin... © AP
und Ashley Greene stellt ebenfalls eine Blutsaugerin dar. © AP
Kristen Stewart geht über den Roten Teppich. © AP
Kristen Stewart und Taylor Lautner in einer Szene aus „New Moon“. © AP

„Bis(s) zur Mittagsstunde“ mit Robert Pattinson

Regie: Chris Weitz

Annehmbar: 3 Sterne

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