Letztes Spiel als Kommentator

So stilvoll verabschiedete sich Fritz von Thurn und Taxis

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Fritz von Thurn und Taxis

Bei der Sky-Übertragung des DFB-Pokalfinales zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt nahm Kommentator Fritz von Thurn und Taxis stilvoll Abschied von seinen Zuschauern. Er verabschiedet sich in den Ruhestand.

Seit 1971 arbeitete Fritz von Thurn und Taxis im Journalismus. Über weite Strecken beim Bayerischen Rundfunk, später bei Premiere beziehungsweise Sky. Nun hat der Kult-Kommentator mit dem DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt das letzte Spiel seiner Karriere begleitet - der 66-Jährige geht in den Ruhestand.

Die Rahmenbedingungen für einen großen Abschied waren würdig - gleich mehrmals beschrieb „TuT“ während des Spiels die fantastische Stimmung im Berliner Olympiastadion. Ein letztes Mal durfte sich der Kult-Kommentator, dem bei Twitter mittlerweile sogar ein eigener Hashtag (#fritzlove) gewidmet wurde, an Namen wie „Sockrattttis Papppppasttttattttthopoulos“, „Ousmane Dömbelééééé“ oder „Shinji Kaaaagawaaaa“ austoben. Vor dem Spiel fabulierte von Thurn und Taxis minutenlang über Wetter- und Fußballgott, um dann festzustellen: „Vielleicht ist der Fußballgott ja gar nicht oben, sondern steht neben dem Pfosten.“

Besonders charmant war seine Anmoderation zum früheren Eiskunstlauf-Star Katarina Witt, die den Pokal vor dem Spiel ins Stadion bringen sollte. „Jetzt kommt gleich was Schönes. Gehen Sie nicht weg vom Fernsehgerät“, appellierte „TuT“ wenige Augenblicke vor dem Auftritt der Witt. Als die 51-Jährige im goldenen Kleid das Spielfeld betrat und die Spieler hinter ihr aufs Feld marschierten, schwärmte er: „Wenn sich Katarina Witt all ihre Goldmedaillen um den Hals hängt, die sie im Laufe ihrer Karriere gewonnen hat, dann braucht sie das Kleid gar nicht.“ Den Spielern riet er unterdessen, sich besser schon einmal aufs Spiel zu konzentrieren, als der Witt hinterherzuschauen.

Knappe 90 Minuten später kam dann der Moment der Wahrheit, in dem sich Fritz von Thurn und Taxis von seinen Zuschauern verabschiedete. Er tat dies mit einer sehr stilvollen Reminiszenz an den früheren österreichischen Moderator Heinz Conrads. „Ich darf mich jetzt von ihnen verabschieden und mir ist heute ein Spruch in den Sinn gekommen, den hat ein österreichischer Kollege vom ORF vor vielen Jahrzehnten immer wieder gesagt, wenn er die Zuschauer begrüßt oder verabschiedet hat. Irgendwie passt das, ein bisschen altmodisch, und so will ich‘s tun: „Einen Handkuss den Damen, und einen schönen Guten Abend den Herren und der Jugend. In diesem Sinne: Es war mir eine Ehre, für Sie zu arbeiten.“ Sprach‘s und zog noch seinen neben ihn sitzenden Assistenten ins Bild, um auch ihn zu würdigen: „Ich wollte Ihnen meinen Assistenten noch kurz zeigen, Florian Meigen, der war 16 Jahre neben mir und hat glaube ich nur vier Spiele verpasst. Ohne ihn hätte ich es gar nicht so gut geschafft, danke mein Lieber.“ An die Zuschauer gerichtet sagte von Thurn und Taxis dann: „Machen Sie‘s gut, schönen Abend.“

Der Abschied von Fritz von Thurn und Taxis im Video

Im Internet gab es natürlich jede Menge Reaktionen auf Fritz von Thurn und Taxis‘ Abschied. Eine Auswahl:

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