Gottschalk betete mit Samuel Koch

Berlin - Nach dem Unfall von Samuel Koch bei “Wetten, dass..?“ hat Moderator Thomas Gottschalk der Glaube geholfen, den Schock zu verarbeiten.

“Auch die negativen Seiten der Wirklichkeit habe ich immer besser bewältigen können, weil ich mein Gottvertrauen habe“, sagte der 61-Jährige dem Magazin “Der Spiegel“. Wer verrückte Wetten ansagen könne, “der muss auch Worte finden, wenn ein Mensch bei dem Versuch, über ein Auto zu springen, auf den Rücken fällt“.

Der Hobby-Kunstturner Koch verunglückte am 4. Dezember 2010 in der ZDF-Live-Show. Seitdem ist er querschnittsgelähmt. Gottschalk brach die Sendung damals ab und verkündete in der folgenden Ausgabe, dass er "Wetten, dass..?" aufgeben wolle.

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Kochs Unfall habe ihn nachdenklich gemacht: “Natürlich stelle ich mir viele Fragen, nachdem ich gesehen habe, wie ein Mensch aus nichtigstem Anlass - um eine Wette zu gewinnen! - aus der Bahn seines Lebens geworfen worden ist.“

Beeindruckend sei für ihn die Reaktion des heute 24-jährigen Koch sowie dessen Familie gewesen, sagte Gottschalk. “Die haben eine große Frömmigkeit und einen festen Glauben. Schon am Tag nach dem Unfall habe ich in der Frühe mit der Familie im Hotelzimmer ein Vaterunser gebetet. Das hat uns eine gemeinsame Ebene gegeben, ihnen in ihrer Verzweiflung, mir in meiner Ratlosigkeit“, sagte der Moderator. “Da war plötzlich eine Nähe da, auch eine Form von Geborgenheit. Später habe ich auch mit Samuel gebetet, als ich ihn besucht habe.“

Am 3. Dezember will Gottschalk zum letzten Mal “Wetten, dass..?“ moderieren - mit enormem Star-Aufgebot. Seine Nachfolge ist nach wie vor ungeklärt: Sowohl Komiker Hape Kerkeling als auch die Moderatoren Barbara Schöneberger und Johannes B. Kerner haben dem ZDF bereits einen Korb gegeben, auch Bastian Pastewka und Anke Engelke wollen nicht. Das umstrittene Moderatoren-Duo Joachim Winterscheid (32) und Klaas Heufer-Umlauf (28) könnte das Rennen machen, spekulieren manche. Ab Januar will Gottschalk eine ARD-Vorabendshow moderieren.

dpa/tz

Rubriklistenbild: © dpa

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