Integration vorm Fernseher: Diese Sendungen gibt es für Flüchtlinge

+
Bewegte Bilder mit Text: Jeden Tag gibt es die Tagesschau in 100 Sekunden auch in arabischer Sprache.

Mit Angeboten in arabischer Sprache über das Leben in Deutschland versuchen einige Fernsehsender in Zeiten, in denen viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, einen Beitrag zur Integration zu leisten. Und es kommen weitere dazu. 

Der WDR zeigt Dienstag erstmals eine Talkshow auf Deutsch und Farsi/Dari. In der ersten Ausgabe stellt Moderatorin Waslat Hasrat-Nazimi Flüchtlingen die Frage: „Hat sich die schwere Flucht gelohnt?“ Die 29-jährige Gastgeberin kam selbst als Flüchtling nach Deutschland und arbeitet mittlerweile als Korrespondentin für die Deutsche Welle.

Waslat Hasrat-Nazimi

Zu sehen ist „Talkforyou“ aber nicht im Fernsehen, sondern nur im Internet-Livestream bei Facebook. Die Übertragung startet um 17 Uhr unter: http://zu.hna.de/talk2106 Auch andere Sender gehen einen ähnlichen Weg und zeigen ihre Formate für Flüchtlinge nicht im Fernsehen, sondern fast ausschließlich im Internet. Wir haben einige Beispiele gesammelt.

Talkshow

Als Erstes produzierte der Nachrichtensender n-tv ein Format speziell für Flüchtlinge. Seit September 2015 moderiert der fließend Arabisch sprechende Constantin Schreiber die Talkshow „Marhaba - Ankommen in Deutschland“. In kurzen Videos im Internet und seit Dezember auch im Fernsehen werden Eigenheiten der Deutschen und Regeln hierzulande erklärt - von Haustieren über Karneval bis zum Prinzip des Sozialstaats. Gezeigt wird „Marhaba“ auf Arabisch mit deutschen Untertiteln. Für dieses Experiment gab es kürzlich den Grimme-Preis.

Nachrichten

Die kompakte Version der Tagesschau ist seit November auch in einer Version auf Arabisch und Englisch verfügbar. Ein- bis zweimal am Tag stellt die Redaktion ein 100 Sekunden langes Video mit aktuellen Nachrichten ins Internet. Die Beiträge sind ohne Ton - neben den bewegten Bildern wird Text eingeblendet.

Alle Angebote für Flüchtlinge bündelt die ARD auf dem Portalrefugees.ard.de Hier können sie kurze Erklärvideos unter anderem zum Ablauf des Asylverfahrens abrufen. Außerdem gibt es auf der Seite die vom SWR produzierte wöchentliche Nachrichtensendung „News for Refugees“ auf Arabisch und Dari. Für Kinder bietet die ARD einige Folgen der „Sendung mit der Maus“ an.

Das ZDF sammelt unter arabic.zdf.de alle Videos des Senders, die mit arabischen Untertiteln versehen sind. Dazu zählen vor allem Beiträge aus den „heute“-Nachrichten. Auch die Kindernachrichtensendung „logo“ stellt hier ihre Sendungen mit arabischen Untertiteln zur Verfügung.

Tipps und Sprachkurse

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat der BR die kostenlose Smartphone-App „Ankommen“ veröffentlicht. Sie gibt Flüchtlingen praktische Tipps für das Leben in Deutschland und will Werte und Normen vermitteln. Zudem gibt es einen Sprachkurs zum Selbstlernen.

Viele Angebote zum Lernen der Sprache stellt auch die Deutsche Welle im Internet zur Verfügung. Unter anderem produziert sie die Telenovela „Jojo sucht das Glück“ in einfachem Deutsch. Zu jeder Folge gibt es Übungen.

Einblicke in die deutsche Kultur will „Handshake to Deutschland“ (kurz: H2D) bieten. Zu sehen ist das Programm in einigen Flüchtlingsunterkünften. Bald soll H2D auch per Satellit und Kabelanschluss überall kostenlos empfangbar sein. Das wäre hierzulande der erste Fernsehsender speziell für Flüchtlinge.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.