Kandidaten müssen Koffer mit 30.000 Euro verstecken

Im Interview: Annett Möller über die Krimi-Gameshow „Schnapp Dir das Geld"

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Das „Schnapp Dir das Geld“-Team: Moderatorin Annett Möller (links), Kriminalbeamter Marc Burdorf, Kriminalpsychologin Lydia Benecke, Fallanalytiker Axel Petermann und Kriminalbeamter Dirk Vennemann.

Bankräuber auf Zeit: In der Show „Schnapp Dir das Geld" erhalten zwei Kandidaten einen Koffer mit 30.000 Euro, den sie innerhalb von einer Stunde verstecken müssen.

Nach 60 Minuten versuchen vier Profiermittler, den Koffer zu finden. Klappt das nicht innerhalb von 30 Stunden, gehört den Kandidaten das Geld. Wir sprachen mit Moderatorin Annett Möller.

War für Sie Versteckenspielen so toll, dass Sie nun eine Fernsehshow daraus machen?

Annett Möller: Verstecken fand ich super. Das war immer spannend und man hat schon als Kind so einen kleinen Nervenkitzel und Adrenalinschub bekommen.

Für welche Zuschauer ist die Show geeignet?

Möller: Für jeden, der gerne unterhalten werden möchte. Die Show ist sehr nah am Zuschauer und bietet unglaublich viel Potenzial, weil jeder mitfiebern und die Situation auf sich beziehen kann: Wo hätte ich den Koffer versteckt, welchem Nachbar könnte ich das Geheimnis anvertrauen? Außerdem bietet die Show auch Elemente für Krimifans. Man erfährt, wie echte Ermittler vorgehen, worauf sie achten, wie sie etwas nachfragen oder bestimmte Spuren verfolgen.

Die Kandidaten werden „inhaftiert“, müssen Häftlingskleidung anlegen und all ihre Sachen abgeben. Ist das nicht etwas überzogen?

Möller: Nein, das muss ja schon diesen Touch haben, dass man wirklich eingesperrt ist. Dir passiert ja nichts Schlimmes in der Zeit, aber man muss schon das Gefühl haben, dass es eine Ausnahmesituation ist. Die Kandidaten sollen auch ihr Zeitgefühl verlieren, damit sie nicht abschätzen können, wie nah sie an dem Gewinn sind.

So eine Show steht und fällt auch mit den Kandidaten. Könnte es nicht eine Gefahr sein, die Leute auf der Straße auszusuchen?

Möller: Das Kandidatenpaar, das wir ansprechen, muss ja bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die beiden müssen sich gut kennen, einander vertrauen und auch in schwierigen Situationen zueinanderhalten. Stell Dir vor, Du hast nur eine Stunde Zeit, willst unbedingt das Geld gewinnen und musst diesen Koffer verstecken - wenn Du Dir dann nicht einig bist, dann wird es schwierig, das Ganze erfolgreich durchzustehen.

Wo würden Sie Ihren Koffer verstecken?

Möller: Das werde ich natürlich nicht verraten. Sollte es mal die Möglichkeit geben, hätte ich schon Lust, mal selber einen Koffer zu verstecken. Man denkt ja immer von sich, man hätte total tolle Ideen, aber wenn Du unterwegs bist, ist alles möglich. Es gab Situationen, wo die Kandidaten dachten, sie hätten die genialste Idee überhaupt und dann war es für die Ermittler die einfachste Sache der Welt, den Koffer zu finden. Andersherum haben sich auch zufällige Aktionen als totaler Glücksfall rausgestellt.

Sie sind als Nachrichtensprecherin bekannt. Wo liegen für Sie die Herausforderungen, eine Unterhaltungsshow zu moderieren?

Möller: Ich sehe es gar nicht als Herausforderung. Ich mache schon sehr lange Nachrichten und liebe diesen Job auch. Aber mein Herz ist immer bei der Unterhaltung gewesen. Da kann ich so sein, wie ich bin: frei Schnauze, ein sehr fröhlicher und sprudeliger Mensch.

Hintergrund: Schnapp dir das Geld

Die Kandidaten erhalten zur „Flucht“ ein Auto sowie ein Handy. Die GPS- und Telefondaten werden jeweils aufgezeichnet und den Ermittlern zur Verfügung gestellt. Die Kandidaten müssen den Koffer so lange bei sich haben, bis sie ihn verstecken. Sie dürfen andere Personen über ihre „Flucht“ informieren und sie anstiften, eine falsche Fährte zu legen. Das Versteck darf nur an frei zugänglichen Orten sein. Nach der Stunde werden sie getrennt „inhaftiert“ und verhört. Dabei dürfen sie lügen.

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