Von Level zu Level

Kinofilm "Hardcore": Ein Film wie ein Ego-Shooter

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Eine Szene aus dem Film "Hardcore".

München - Aus der Perspektive von stummen Protagonisten hetzt, springt und metzelt der Zuschauer im Film „Hardcore“ von Level zu Level zu Level. Ein belangloser Film.

Ja, freilich: Ego-Shooter. Den naheliegenden Vergleich werden die meisten ziehen, und „Hardcore“ sucht ihn auch. Man erlebt den ganzen Film durch die Augen des stummen Protagonisten. Hetzt, springt, metzelt und ballert sich von Level zu Level (und durchs heutige Russland). Aber da ist etwas Älteres am Werk – das zurückgeht noch weit vor Hollywoods Film-noir-Experimente mit der Ich-Perspektive bis zu den Kino-Ursprüngen: Die pure Freude der Tüftler an neuen technischen Möglichkeiten des Mediums.

Es ist die Lust an der Entdeckung, dass man nun die tollsten, agilsten Stunts mit der Stirnkamera in Kino-Qualität filmen kann. Und die Clips, die Ilya Naishuller für die russische Band Biting Elbows nach diesem Prinzip gedreht hat, sind als Extrem-Parcours-Dokus durchaus sehenswert.

Doch die Vorstudie übertrumpft das Werk. Bei „Hardcore“ bleibt das Gefühl, dass der Film seinen perfekten Ausdruck im Trailer gefunden hat. Denn die Leinwand-Version ist wie für kleine Bildschirme geschnitten; zerhackt selbst Stunts, die man gern am Stück bestaunt hätte. Und alles, was zu den Show-Höhepunkten dazu kommt, trübt eher die Freude. Zum jugendlichen Enthusiasmus der Macher gehört leider auch viel pubertäres Gepose: Sex – kicher, kicher. Die Handlungselemente sind zugleich belanglos und zu lang und wirr ausgesponnen. So bleibt’s: Der beste Film der Welt für 15-jährige Buben – die ihn wegen der zünftigen Gewalt offiziell nicht sehen dürfen.

„Hardcore“

mit Sharlto Copley

Regie: Ilya Naishuller

Laufzeit: 96 Minuten

Annehmbar

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie gern Twitch-Streams von „Duke Nukem Forever“ schauen.

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