TV-Kritik

Kölner "Tatort: Kaputt": Kaum glaubhaft aufgesagte Sätze

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Im Kölner "Tatort: Kaputt" suchen die Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär, links) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) einen Polizistenmörder - ein gerade einmal durchschnittlicher Fall.

Der Kölner "Tatort: Kaputt" flimmerte mit einem bestenfalls durchschnittlichen Fall und kaum glaubhaft aufgesagten Sätzen zermürbend über Deutschlands Bildschirme. 

Ein Anruf wegen Ruhestörung, ein Routineeinsatz – das endete im „Tatort: Kaputt“ in einer brutalen Attacke auf eine Streifenwagenbesatzung. Ein toter Polizist, eine traumatisierte Kollegin, bald auch noch ein getöteter junger Mann, der bei der entgleisten, ja unvorstellbar enthemmten Party dabei gewesen war: Es kam ganz schön dicke für Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär).

Zwischen Drogenrausch, Homophobie und Selbstjustiz

Die Kölner Kommissare entwirrten die Fäden dieses bestenfalls durchschnittlichen Falls mit pflichtbewusster Zähigkeit und chronisch genervt. Dass Exzesse im Drogenrausch, ein Dienstgruppenleiter mit Hang zur Homophobie und Selbstjustiz übende Gesetzeshüter nicht für gute Laune sorgen, mag nachzuvollziehen sein. 

Dass sich das Duo dermaßen enerviert durch die Ermittlungen quälte, konnte einen aber bald ebenso zermürben wie die große Bedeutung von Zufällen und unwahrscheinlichen Details. Dafür trug Regisseurin Christine Hartmann (auch Buch, mit Rainer Butt) die Verantwortung. Wie auch für die vielen kaum glaubhaft aufgesagten Sätze.

In einer idealen Fernsehwelt würde im nächsten Kölner „Tatort“ thematisiert, dass Ballauf am Schluss die Rache übende Polizistin (Anna Brüggemann) erschoss. Vermutlich aber geht es am Rhein weiter, als wäre nie etwas geschehen. Und das ist leider ein echtes Problem des Kölner „Tatorts“. 

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