Vier Monate Unterhaltung ohne ihn bei Pro7

Der lange Schatten des Metzgers: Wer könnte in Stefan Raabs Fußstapfen treten?

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Kein Comeback in Sicht: Entertainer Stefan Raab hat sich Ende des Jahres aus dem Fernsehen verabschiedet. Fotos: dpa/Pro7

Das große Show-Sterben begann am 16. Dezember: Stefan Raab fuhr zum letzten Mal mit seinem Tisch im Studio von „TV Total“ umher.

Mit dem Abschied von Raab zum Jahresende verschwanden viele weitere Unterhaltungsshows, die Raab erfunden hatte – darunter die Wok-WM und das Turmspringen. Ein harter Schlag für den Sender Pro7 und für Raabs Produktionsfirma Brainpool.

Das Programm von Pro7

Für „TV Total“ gibt es keine Nachfolge. Das Format ist mit Stefan Raab verschwunden, eine tägliche Show spätabends gibt es im Programm von Pro7 nicht mehr. Eine Nachfolge ist nach Angaben des Senders auch aktuell nicht geplant.

Allein der Sendeplatz am Montagabend hat seit März eine neue Komikerin: Enissa Amani. Die erste Folge von „Studio Amani“ sahen über eine Million Zuschauer – mit sieben Prozent Marktanteil lag die Show gut über dem Sender-Durchschnitt. Nach drei Folgen brach die Quote allerdings ein, in der sechsten Folge schaute nur noch die Hälfte zu. Die erste Staffel endet mit der achten Folge am 2. Mai. Zukunft: ungewiss. Der Sender konnte keine Angaben zur Zukunft der Show machen.

Dafür bleibt Pro7 ein Moderator aus dem Raab-Universum erhalten: Elton. Im Jahr 2001 als Praktikant bei Raab vorgestellt, ist er längst ein eigenständiger Entertainer. Seit April moderiert er „Schlag den Star“, auch die „Pokerstars-Nacht“ führt er weiter.

Die Firma Brainpool

Alle Shows von Stefan Raab produziert die Firma Brainpool in Köln. Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Firma noch 230 Mitarbeiter. Nachdem Raab im Juni seinen Abschied erklärte, kündigte die Firma zum Jahresende 80 Mitarbeitern. Einige Vertragsauflösungen wurden zwar für unwirksam erklärt, die Erkenntnis aber bleibt: Die Belegschaft von Brainpool schrumpft nach dem Abschied um rund ein Drittel.

„Studio Amani“ wird übrigens nicht von Brainpool, sondern von der Firma Endemol produziert. Brainpool war in der Vergangenheit auch am Eurovision Song Contest und den dazugehörigen Castings beteiligt. Aktuell zeichnet die Firma für „Luke! Die Woche und ich“ mit dem neuen Komiker Luke Mockridge auf Sat.1 verantwortlich.

Über aktuelle Entwicklungen und Planungen könne man keine Angaben machen, so eine Sprecherin auf Anfrage. Die Ankündigung neuer Shows obliege dem jeweiligen Kunden. Es heißt also weiterhin: Warten auf Pro7.

Die Nachfolger

Wer könnte also Stefan Raab beerben? Neben Elton und Amani sind auch Joko Winterscheidt, Klaas Heufer-Umlauf, Palina Rojinski und Luck Mockridge auf der Moderatoren-Komik-Schiene unterwegs.

Mögliche Nachfolger im Check

Joko und Klaas

Joko (37) und Klaas (33) blödeln schon länger bei Pro7, ab Samstag in „Die beste Show der Welt“. Angefangen haben die beiden beim anarchischen „MTV Home“. Als albernes, und schmerzfreies Duo sind sie erfolgreich. Verglichen mit Raab, der auch als Produzent, Musiker und Juror aktiv und erfolgreich war, sind sie aber bisher wenig vielseitig. Da ist noch viel möglich.

Fazit: Daumen hoch

Palina Rojinski

Sie ist hübsch, humorvoll und klug – Rojinski ist die Allzweckwaffe von Pro7. Vor allem mit ihren Auftritten bei „Circus Halli Galli“ sorgt sie beim jungen TV-Publikum für Lacher. Die 31-Jährige ist bekannt für ihre große Klappe. Ob das ausreicht, um in Raabs Fußstapfen zu treten, bleibt abzuwarten. Der Sender probiert verschiedene TV-Formate mit ihr aus.

Fazit: Neutral

Luke Mockridge

Der 27-Jährige hatte Gastauftritte bei „TV Total“ und moderierte im Januar 2014 mit Raab live aus New York im Rahmen des Super Bowl. Derzeit läuft auf Sat.1 die zweite Staffel seiner Comedy-Sendung „Luke! Die Woche und ich“. Trotz mieser Quoten mit lediglich fünf Prozent Marktanteil hält Brainpool weiter an ihm fest. Fragt sich nur, wie lange noch.

Fazit: Daumen runter

Enissa Amani

In sozialen Netzwerken ist man sich einig, dass die gebürtige Iranerin mit ihrer wöchentlichen Show gescheitert ist. „Raab war besser“ gehört auf Twitter zu den freundlichen Kommentaren. Tatsächlich steckt in „Studio Amani“ zu viel Raab. Das Konzept mit Showtreppe und Gästen erinnert stark an Amanis (31) Vorbild. Auch wenn sie das anders sieht.

Fazit: Daumen runter

Elton

Stefan Raabs ewiger Praktikant hat sich mit „Schlag den Star“ schon das erste Filetstück ergattert. Ob Pro7 die Zusammenarbeit mit Elton weiter ausbaut, ist zwar ungewiss, aber die Chancen stehen gut: Elton (45) hat in den vergangenen Jahren sein Image als alberner, aber massentauglicher Unterhalter gepflegt. Anders als Raab tut er niemandem weh. Hat Potenzial.

Fazit: Daumen hoch

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