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Kritik zum "Franken"-Tatort: Nur gut gemeint

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Die beiden Hauptkomissare des dritten Franken-"Tatorts", Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs, posieren vor dem Set einer ausgebrannten Küche in Bamberg (Bayern). Der dritte Franken-Tatort "Am Ende geht man nackt" handelt von einem Brandanschlag auf eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge.

Doofe Nazis, gierige Bauunternehmer, kleinkriminelle Ausländer: Im neuen "Tatort" aus Franken wurden so einige Vorurteile zum Thema Flüchtlinge bestätigt, andere hinterfragt. Überzeugt hat die Folge aber nicht, findet HNA-Redakteurin Bettina Fraschke.

Gut gemeint. Das unbedingt. Der Franken-„Tatort: Am Ende geht man nackt“ wollte mit einem großen Wurf das Thema Unterbringung von Flüchtlingen ins Krimiformat bringen. Eigentlich eine exzellente Idee, denn die populäre Sonntagsabend-Reihe ist ein gutes Vehikel für gesellschaftlich relevante Stoffe und erreicht mehr Menschen als eine Doku oder Talkshow zum Thema.

Den Fall von Markus Imboden (Regie) und Holger Karsten Schmidt (Autor) musste man aber über weite Strecken mit dem Etikett „Gut gemeint ist das Gegenteil von gut“ bewerten. Denn das Konstrukt, Kommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) als Flüchtling getarnt in die Unterkunft einzuschleusen, um von dort Kollegin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) zuzuarbeiten, ließ Plausibilität vermissen.

Zudem waren die Figuren inner- und außerhalb des Heims so holzschnittartig konstruiert, dass sich kaum Glaubwürdigkeit einstellen konnte: Der Kleinkriminelle, die Lohndrückerin, der hochgebildete Flüchtling, der illegal putzen muss.

Sicherlich gab es einzelne Szenen, die bewegten und die für echte Aha-Momente sorgten. An diesen Stellen wurde das Ziel der Macher erreicht, Einblicke zu ermöglichen, die die meisten Zuschauer sonst nicht erlangen könnten. Das pathetische, fast kitschige Ende mit dem sinnlos sterbenden Jungen, war dann einfach nur ärgerlich.

Hier können Sie den "Tatort" in der Mediathek noch einmal ansehen.

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