HNA Meinung

Kritik zu Ludwigshafener „Tatort": Herzlich anders

Der Laie und die Profidarstellerin: Gerd Rohrbacher und Ulrike Folkerts.

Der neue "Tatort" aus Ludwigshafen kam ohne ausformuliertes Drehbuch aus, dafür wird viel Dialekt gesprochen. Die Folge war gut - wenn man denn auf Experimente steht, meint HNA-Redakteurin Maja Yüce.

Was war das denn? Ein „Tatort“ fast nur mit Laiendarstellern. Einer, in dem pfälzisch gesprochen wird. Einer, in dem die Schauspieler babbeln, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Denn: „Babbeldasch“ war auch ein „Tatort“, in dem die Darsteller tatsächlich improvisierten – Regisseur Axel Ranisch ließ die Darsteller keine Dialoge auswendig lernen.

Das alles kam herzlich, charmant und auch humorvoll rüber. Der Dialekt öffnete das Herz. Aber phasenweise war das Impro-Spiel ermüdend und hölzern. Da half auch der Versuch nicht weiter, die Spannung mit Hilfe von Symphonien musikalisch aufbauen zu wollen. Dennoch: Die von Hand gedrehten Aufnahmen ohne perfektionistischen Anspruch wirkten authentisch. Dichter dran geht es nicht.

Allerdings blieben die klassischen Krimi-Elemente auf der Strecke. Die Fragen danach, wer der Täter ist und was sein Motiv, wurden zwar beantwortet, doch war die Faszination am Laienspiel irgendwann größer als die Lust am Rätseln.

Was das war? Ein mutiges, aber nicht ganz geglücktes Experiment. Eines mit einer Entdeckung: Petra Mott spielte die Tochter der Ermordeten so intensiv, dass die Grenze zwischen den Amateuren und Profis verschwamm. Und eines, das auch unterhaltsam war – wenn man offen für Experimente ist.

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