ARD-Krimi mit Kommissaren Lannert und Bootz

Kritik zum Stuttgarter "Tatort": Das Blaue vom Himmel

Schöne neue Welt? Revolutionäre Netz-Technologien entfalteten im Stuttgarter "Tatort" bedrohliche Wirkung. Eine Kritik von Mark-Christian von Busse.

Es dauerte im SWR-„Tatort: HAL“ nicht lange, bis man begriff, dass die Firma „Blue Sky“ das Blaue vom Himmel versprach: Revolutionäre digitale Technologie sollte die Welt sicherer, also besser machen. Alle Beteuerungen, denen selbst das Landeskriminalamt gern glaubte, entpuppten sich als Lüge: Das selbst lernende, auf weltweit freie Rechnerkapazitäten gestützte System geriet außer Kontrolle. Wie sein Erfinder David Bogmann (Ken Duken) zum modernen Maschinenstürmer wurde, der mit der Schrotflinte auf Server losging wie die Textilarbeiter gegen die mechanischen Webstühle, setzte Niki Stein eindrucksvoll in Szene. 

Der Autor und Regisseur hatte schon den starken Stuttgarter „Tatort: Der Inder“ mit Thomas Thieme über Macht und Korruption im Immobiliengeschäft verantwortet. Nun also „Big Data“, ein ähnlich brisantes Thema von Wirtschaftseuphorie- und kriminalität. Nebenbei berichtete Stein von der Justiz, die den Internet-Konzernen hoffnungslos unterlegen ist: Langsam mahlende Mühlen gegen blitzschnelle Rechner. All das war stringent erzählt, Richy Müller und Felix Klare als Kommissare Lannert und Bootz sah man wie stets gern zu. Trotzdem blieb der Krimi merkwürdig aseptisch: so kühl wie die künstlichen Bildschirm-Gegenüber am „Blue Sky“-Empfang.

Rubriklistenbild: © WDR

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