HNA Meinung: Packender und überaus spannender Fall

Kritik zu Stuttgarter "Tatort": Krimi zeigt Elend und Verzweiflung der Flüchtlinge

Der Stuttgarter "Tatort" zur Flüchtlingsthematik kam ohne Betroffenheitskitsch aus. Der SWR lieferte einen packenden und überaus spannenden Fall, findet unser Kritiker Mark-Christian von Busse.

"Im gelobten Land“ – das war für den Stuttgarter „Tatort“ natürlich ein ironischer Titel. Der Krimi des Südwestrundfunks zeigte Elend und Verzweiflung von Asylbewerbern auf bedrückende Weise. Deutschland sei nicht das erhoffte Paradies, brachte es Schwarzafrikanerin Lela (Florence Kasumba) im schäbigen Flüchtlingsquartier bitter auf den Punkt. 23 Migranten hatten das Land ihrer Träume nur tot erreicht, eingesperrt und erstickt in einem Lkw.

„Tatort“-Drehbuch-Routinier Christian Jeltsch und Regisseur Züli Aladag kamen aber gänzlich ohne Betroffenheitskitsch aus. Sie lieferten einen packenden, dichten und überaus spannenden Fall.

Um der Dramatik willen baute das „Tatort“-Team allerdings ärgerliche Ungereimtheiten ein. Dass Thorsten Lannert (Richy Müller) den Menschenschmuggler Kostic (Sascha Alexander Gersak) auf eigene Faust verfolgte, sich ohne jede Unterstützung in Gefahr brachte – dieser Alleingang mag noch der anfänglichen emotionalen Ausnahmesituation nach dem Tod so vieler Flüchtlinge geschuldet gewesen sein. Dass Kollege Sebastian Bootz (Felix Klare) erst das SEK wegschickte, um dann in einem entscheidenden Moment allein vorzugehen, war gar nicht mehr plausibel. Trotzdem musste man in dieser Szene unbedingt dranbleiben.

Rubriklistenbild: © dpa

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