Kritik zum "Tatort: Kriegssplitter" aus Luzern: Das Leben zerbricht

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Sind sich über den Umgang mit internationalen Verflechtungen uneinig: Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu, links), Liz Ritschard (Delia Mayer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser).

Im Luzerner "Tatort: Kriegssplitter" wurde ein Flüchtling von seinem alten Leben eingeholt. Ein gelungener Krimi mit einigen Schwächen, findet HNA-Redakteurin Bettina Fraschke.

Der Wunsch, als Kriegsflüchtling im Asylland ein neues Leben anzufangen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen: Für den Tschetschenen Nurali (Joel Basman) schien das perfekt geklappt zu haben im Luzerner „Tatort: Kriegssplitter“. Bis seine Schwester Nura (Yelena Tronina) auftauchte – mit einer Waffe im Rucksack. 

Diese Hintergrundgeschichte der Autoren Stefan Brunner und Lorenz Langenegger gehörte zu den überzeugendsten Elementen des trotz einiger Schwächen soliden Sonntagskrimis in der Regie von Tobias Ineichen. Nuralis schönes, bürgerliches Familienleben in der beschaulichen Schweiz zerbrach unaufhaltsam bis zur völligen Vernichtung. Weil sich die Vergangenheit eben doch nicht abschütteln ließ. Ein bewegendes Schicksal, das zugleich durch seinen exemplarischen Charakter überzeugte. Viel schwächer waren die anderen Konfliktparteien gezeichnet. Der mutmaßliche Kriegsverbrecher und vor allem seine diversen Häscher blieben stereotyp. Vollkommen überflüssig war die dramatisch aufgeplusterte Liebesaffäre von Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser), der in seelischer Not Hilfe von Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer) brauchte. Das trug nichts zum Fall bei.

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