Kritik zum "Tatort" aus Wien: Weniger wäre mehr gewesen

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Niemand hat mehr Schmäh als diese beiden Ermittler: Die Wiener Polizisten Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer).

Den Wiener "Tatort"-Ermittlern schaut man immer gern zu. Der Thriller "Die Faust" hatte jedoch von allem etwas zu viel, findet unser Kritiker.

Der Lieblingssatz von Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) lautet: „Da schau her.“ Immer wenn im „Tatort“ nur etwas halbwegs Besonderes passiert, staunt der Wiener Ermittler. In der Folge „Die Faust“ gab es sehr viel zum Schauen und Staunen. 

Ein Serienkiller mordete nicht nur einfach, sondern penetrierte seine Opfer und stellte sie als perverse Kunstwerke zur Schau. Alle Getöteten standen vor Jahrzehnten bei gescheiterten Aufständen in Osteuropa auf den Barrikaden. Die Spuren führten unter anderem zur Rosenrevolution nach Georgien. Nun hatten angeblich die CIA und der russische Geheimdienst ihre Finger im Spiel, und der Sexismus im Polizei-Apparat war auch noch Thema. 

Netflix würde aus so etwas eine zehnteilige Serie machen. Regisseur Christopher Schier und Drehbuchautorin Mischa Zickler mussten dies jedoch in 90 Thriller-Minuten packen. Das war selbst Eisner ein „bisschen zu überladen“, wie der Oberstleutnant gegenüber der Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) mit einem Augenzwinkern feststellte. 

„Die Faust“ war spannend, schockierend und witzig sowie hübsch gefilmt. Trotzdem war man als Zuschauer nach 90 Minuten ein bisschen ratlos. Hoffentlich heißt es beim nächsten Mal etwas weniger: „Da schau her.“

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