Kritik zum Wiener "Tatort": Ein Team mit Herz

Bibi Fellner (Adele Neuhauser, links) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer). Foto: ard

Selten war ein "Tatort" so blutig wie der neue Fall aus Wien. Und trotzdem bewiesen Eisner und Fellner, dass sie Herz haben und zu Recht zu den beliebtesten Ermittlern zählen, findet unsere Kritikerin Jil Frangenberg.

Ziemlich blutig, aber gleichermaßen auch einfühlsam ging es im Wiener „Tatort“ von Regisseur und Autor Thomas Roth zu. Auf der Suche nach dem Mörder eines Geschäftsmannes, dem Zunge und Hände abgeschnitten wurden, stoßen Ermittler Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) auf einen alten Bekannten, Zuhälter Andy Mittermeier, leicht überzogen gespielt von Pelzmantelträger Michael Fuith.

Eisner und Fellner scheinen bei ihren Ermittlungen zunächst auf Granit zu beißen, doch das alles wirkt zweitrangig zwischen kuriosen Dialogen und Streitereien der beiden Einzelgänger. Als Eisner vergiftet ins Krankenhaus kommt, wird aber klar, wie viel sich die Ermittler als Menschen bedeuten. Was sich neckt, das liebt sich eben.

Unterhaltsam auch, dass der Hund des Mordopfers, Percy, den Ermittlern auf Schritt und Tritt folgt und sogar Moritz Eisner seine weiche Seite zeigen lässt. Toll: Wie Adele Neuhauser Bibi Fellner verkörpert. Weil sie die Hauptzeugin privat aufnimmt, ist sie zwar keine Vorzeigepolizistin, aber zeigt Herz und Empathie. Die Schießerei auf dem Hausdach am Ende erinnert dann aber doch eher an einen Til-Schweiger-Action-„Tatort“. Die Wiener behalten viel Herz - viel Blut ist neu.

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