So kunstvoll ist der neue Münsteraner "Tatort"

Viel zu tun: In der Rechtsmedizin müssen Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und Silke Haller (Christine Urspruch) einen weiteren Toten unter die Lupe nehmen. Foto: WDR/nh

Die Kunstwelt schaute in diesem Sommer nicht nur auf die documenta 14 in Kassel, sondern auch auf Münster. Denn dort fand die Schau „Skulptur Projekte" statt. Der „Tatort: Gott ist auch nur ein Mensch" kommt aus Münster - ARD, Sonntag, 20.15 Uhr.

Diesen aktuellen Schauplatz rund um die Kunstszene, nutzt der WDR für den skurrilen „Tatort: Gott ist auch nur ein Mensch“.

Was für ein Fall treibt Ermittler Frank Thiel (Axel Prahl) und Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) in die Kunstwelt?

Der Skandal ist gleich zu Beginn perfekt: Kurz vor der Eröffnung der Internationalen Skulpturtage sorgt das vermeintlich neue Werk des Aktionskünstlers G.O.D. für Aufsehen: Denn bei der ausgestellten Clownsfigur vor dem Rathaus handelt es sich um eine Leiche - nicht die einzige in dieser Folge.

Thiel und Nadeshda Krusenstern (Friederike Kempter) beginnen zu ermitteln und lernen dabei die halbe Kunstwelt Münsters kennen. Doch noch bevor Kommissar Thiel einen ersten Fahndungserfolg verbuchen kann, gibt es einen zweiten Toten, auch dieses Mal kunstvoll präpariert und präsentiert.

Der „Tatort“ spielt also in der Kunstwelt. Wie passen diese und der handfeste Kommissar Thiel zusammen?

Für Kommissar Thiel ist Kunst, wenn der FC St. Pauli 0:4 im Rückstand liegt und dann noch 5:4 gewinnt. Diese Einstellung verliert er auch während dieses „Tatorts“ nicht.

Der Fall führt ihn aber nicht nur in die Kunstszene, sondern auch in seine Vergangenheit. Denn die Klara Wenger (Victoria Mayer), Kuratorin der Skulpturtage, wie die Ausstellung im Film heißt, kennt „Frankie“ noch von früher, als er mit Vaddern in der Kommune ihrer Mutter zu Besuch war. Diese Begegnung ist charmant und auch süß.

Prof. Karl-Friedrich Boerne ist bekanntlich mit einem sehr großen Ego ausgestattet. Hat er in dem Künstler, der sich G.O.D. nennt, jetzt seinen Meister gefunden?

Wenn überhaupt jemand Prof. Boerne das Wasser reichen kann, dann ist es Gott persönlich. Boerne wäre nur zu gerne der Meisterschüler von G.O.D. (Aleksandar Jovanovic), den er und Thiel natürlich „Gott“ aussprechen - Boerne zunächst fast ehrfürchtig und Thiel ironisch-distanziert.

Zuletzt standen die „Tatort“-Ermittler aus Münster verstärkt unter der Kritik, zu sehr auf Gags zu setzen und in ihren Rollen zu festgefahren zu sein. Können sich die Darsteller davon lösen?

Nein, im Gegenteil. Fast trotzig kommen die unzähligen Gott-Sprüche daher. Das könnten die Fernsehzuschauer zu Beginn noch lustig, dann aber schnell nervig finden.

Als Jan Josef Liefers und Axel Prahl 2002 das erste Mal gemeinsam im „Tatort“ ermittelten, da hieß es in Kritiken noch „Holmes und Watson auf münsteranisch“, da wurde der Fall „Der dunkle Fleck“ noch für den Grimme-Preis nominiert - 15 Jahre später gehören sie noch zu den TV-Lieblingen, doch wächst die Kritik.

Und wer hat sich diesen Fall ausgedacht?

Für das Autorenduo Christoph Silber und Thorsten Wettcke ist „Gott ist auch nur ein Mensch“ nach „Zwischen den Ohren“ (2011) und „Schwanensee“ (2015) der dritte „Tatort“ aus Münster. Regie führte Lars Jessen, für den es auch der dritte „Tatort“ aus Münster ist.

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