Über alle Grenzen

"Labor Day": Krimi, Romanze und Tragödie

Berlin - Krimi, Liebesgeschichte und Tragödie in einem: Jason Reitman gelingt mit seiner Romanverflimung „Labor Day“ ein emotionales Drama mit jeder Menge Spannung.

Jason Reitman gilt seit seinem Überraschungshit „Juno“ als eines der hoffnungsvollen jungen Talente des US-Kinos. Der Sohn des „Ghostbusters“-Regisseurs Ivan Reitman hat sich mit der munteren Satire „Thank You For Smoking“ und der Vielflieger-Tragikomödie „Up in the Air“ mit George Clooney einen guten Namen erarbeitet, den er mit „Young Adult“ dann prompt wieder verspielte.

In „Labor Day“ setzt er nun auf eine neue Karte: Weg von der bittersüßen, sanft boshaften Komödie, hin zum tragischen Liebesfilm. Denn letztlich ist „Labor Day“, besonders im letzten Drittel, ein einziger energischer Druck auf die Tränendrüse. Seinem Lieblingsthema, der kaputten oder zumindest zerfallenden Familie, bleibt Reitman indes auch in dieser Adaption des eher schwülstigen Romans „Der Duft des Sommers“ von Joyce Maynard treu.

Gerade angesichts der Vorlage zeigt sich oft der unbedingte Stilwille dieses Regisseurs und seine inszenatorische Eleganz, mit der er viele Kitsch-Klippen umschifft. Nur wenige sonore Basstöne kündigen zu Beginn die Bedrohung an, bevor sie für den 13-jährigen Henry (Gattlin Griffith) und seine schwer depressive Mutter Adele (Kate Winslet) überhaupt fassbar wird. In einem Einkaufszentrum pirscht sich der entlaufene Sträfling Frank (Josh Brolin) an den Buben heran. Allein Franks blutverschmiertes Auftreten schüchtert Henry und die psychisch ohnehin derangierte Adele derart ein, dass sie dem Flüchtenden erst eine Fahrt im Auto und schließlich auch ohne großes Aufhebens einen Unterschlupf in ihrem Haus gewähren. Dabei wendet Frank keine Gewalt an. Im Verlauf der Geschichte entpuppt er sich sogar zunehmend als liebenswerter, rücksichtsvoller Mann, der auch noch hervorragend kochen und backen kann und sich sehr ausdauernd als Handwerker im heruntergekommenen Häuschen der alleinerziehenden Mutter betätigt.

Die erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten

Erfolgreichste Kinofilme
Auf Platz 20 unserer Hitlist der erfolgreichsten Filme aller Zeiten: "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1" aus dem Jahr 2010. Weltweit spielte der erste Teil von J.K. Rowlings Fantasy-Finale um Zauberlehrling Harry Potter 946,08 Millionen US-Dollar ein (Stand: November 2013, Quelle: statista.com) © dpa
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Disneys rührende Geschichte von Simba als "König der Löwen" aus dem Jahr 1994 schafft es auf Rang 19. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von 951,58 Millionen US-Dollar ist es der bisher erfolgreichste Zeichentrickfilm überhaupt. © Disney / dpa
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Mit der "Fluch der Karibik" landete Walt Disney einen Überraschungs-Erfolg. Gleich drei Teile der Filmreihe schaffen es unter die Top 20 der erfolgreichsten Filme. Mit 958 Millionen landet der dritte Teil, "Fluch der Karibik - Am Ende der Welt" auf Platz 18. (Quelle: statista.de) © Disney Enterprises
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Auch die Filmreihe um J. K. Rowlings Bestseller "Harry Potter" entpuppte sich als wahrer Kassenschlager. Die Zauberlehrlinge Harry Potter (Daniel Radcliffe, l.), Ron Weasley (Rupert Grint) und Hermine Granger (Emma Watson) kämpfen in insgesamt sieben Filmen gegen das Böse. Der Auftakt "Harry Potter und der Stein der Weisen" spielte knapp 969 Millionen Dollar ein. (Quelle: statista.de) © Warner
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Mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund einer Milliarde US-Dollar landet die actiongeladene Comicverfilmung "The Dark Knight" auf Rang 16 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Christian Bale kämpft als Batman gegen den "Joker", einen psychophatischen Kriminellen, brillant gespielt von dem 2008 verstorbenen Schauspieler Heath Leadger. © Warner
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Als Vorgängergeschichte der erfolgreichen "Herr der Ringe"-Reihe schafft es auch Peter Jacksons "Der Hobbit" unter die Top 20 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. 1,017 Milliarden Dollar spielte der erste Teil der Trilogie ein. (Quelle: statista.de) © Warner Bros/Todd Eyre/dpa
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Rang 14 belegt der 3-D-Fantasyfilm "Alice im Wunderland" aus dem Jahr 2010. Neben Johnny Depp als verrückter Hutmacher spielen Mia Wasikowska als Alice und Helena Bonham Carterals rote Königin Iracebeth. Das weltweite Einspielergebnis liegt bei 1,023 Milliarden Dollar. (Quelle: statista.de) © dpa
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George Lucas' "Krieg der Sterne" ist eines der erfolgreichsten Filmprojekte aller Zeiten. "Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung" aus dem Jahr 1999 ist der erste von drei Teilen, in denen die Vorgeschichte der "Star Wars"-Filme erzählt wird. Insgesamt spielte der Film 1,027 Milliarden US-Dollar ein und landet damit auf Platz 13 unserer Rangliste. (Quelle: statista.de) © Lucasfilm/Keith Hamshere/dpa
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Platz 12: "Fluch der Karibik - Fremde Gezeiten" erzielte ein Einspielergebnis von 1,042 Milliarden Dollar. Im vierten Teil der Erfolgsreihe spielt die weibliche Hauptrolle an der Seite von Johnny Depp als Captain Jack Sparrow nicht mehr Keira Knightley, sondern Penélope Cruz. © dpa
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In der komplett computeranimierten Trickfilmreihe "Toy Story" muss Spielzeug-Cowboy Woody zusammen mit seinen Freunden so manches Abenteuer bestehen. 1,063 Milliarden Dollar nahm der dritte Teil der Pixar-Animation an den internationalen Kinokassen ein und schafft es damit auf Platz 11.(Quelle: statista.de) © Walt Disney Studios/dpa
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"Fluch der Karibik 2" spielte 1,066 Milliarden Dollar ein und liegt damit auf Platz 10 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. (Quelle: statista.de) © Disney Enterprises/dpa
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Rang 9: Nach "Batman Begins" und "The Dark Knight" erzielte der dritte und letzte Teil von Christophe Nolans Batman-Trilogie erneut einen Zuschauerrekord. "The Dark Knight Rises" (2012) spielte 1,082 Millarden Dollar ein. (Quelle: statista.de) © Warner Bros./Ron Phillips/TM&DC Comics/dpa
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Auf Platz 8 der erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten landet "James Bond 007: Skyfall", der 23. Film aus der Reihe des britischen Agententhriller. Das weltweite Einspielergebnis für Daniel Craigs dritten Bond-Auftritt liegt bei 1,109 Milliarden Dollar. (Quelle: statista.de) © Sony/dpa
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"Die Rückkehr des Königs", das große Finale von Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie, schafft es mit Kinoeinnahmen in Höhe von 1,12 Milliarden US-Dollar auf Rang 7. Die Verfilmung des dritten Teils von J. R. R. Tolkiens Fantasy-Bestseller um Hobbit Frodo und seine Gefährten, wurde mit elf Oscars ausgezeichnet. © Warner
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Auf Platz sechs hat es erneut das Finale einer Science-Fiction-Trilogie geschafft: 1,124 Milliarden Dollar hat "Transformers 3" weltweit eingespielt. In dem Film mit Shia LaBeouf, Rosie Huntington-Whiteley und Patrick Dempsey in den Hauptrollen geht es um den finalen Kampf zwischen Autobots und Deceptions auf dem Planeten Cybertron. © dpa
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Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) und Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) in einer Szene von "Iron Man 3". 1,214 Milliarden US-Dollar spielte der Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2013 ein und ist damit auf Rang 5 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. © Concorde/Marvel & Subs./dpa
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Der zweite Teil von Harry Potters Finale "Die Heiligtümer des Todes" brachte an den internationalen Kinokassen 1,328 Milliarden US-Dollar ein und ist damit der viert-erfolgreichste Film aller Zeiten. (Quelle: statista.de) © dpa
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Wir kommen zu den Top 3: Bronze geht an die Comicverfilmung "Marvel’s The Avengers" aus dem Jahr 2012. Iron Man, Captain America, Hulk, Thor und weitere Comicfiguren kämpfen darin als Superheldenteam gegen das Böse  - und das mit Erfolg: Kinoeinnahmen in Höhe von 1,516 Milliarden US-Dollar bringen den Science-Fiction-Streifen auf das Podest der erfolgreichsten Filme allter Zeiten. © dpa
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James Camerons Drama um den Untergang der "Titanic" aus dem Jahr 1997 brachte die Kinokassen ordentlich zum Klingeln. 2,18 Milliarden US-Dollar spielte die tragische Liebesgeschichte mit Kate Winslet und Leonardo Di Caprio in den Hauptrollen ein. © 20th Century Fox
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James Cameron weiß offensichtlich wie es geht: Gemessen am weltweiten Einspielergebnis ist sein Science-Fiction-Streifen "Avatar" mit 2,782 Milliarden US-Dollar der erfolgreichste Film aller Zeiten. (Quelle: statista.de) © dpa

Natürlich bleibt eine zarte Annäherung zwischen den Erwachsenen nicht aus. Und auch für Henry übernimmt Frank schnell eine Art Ersatzvaterrolle und übt mit dem Jungen Baseballwürfe im Garten. Drei emotional Versehrte finden hier zaghaft zueinander, was Reitman sehr subtil bebildert. Aber das Idyll ist konsequenterweise nicht von Dauer. Zum Finale setzt Reitman wieder auf den selben Soundtrack wie zu Beginn seines Films. Da hat sich die Produktion, die als spannender Psychothriller beginnt, schon mehrfach gewandelt. Dieses lustvolle Überschreiten aller Genregrenzen von Krimi, Liebesgeschichte und Tragödie beinahe klassischen Zuschnitts macht den großen Reiz von „Labor Day“ aus

Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © Paramount Pictures/dpa

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