Der Live-Ticker zum Nachlesen

Tay Schmedtmann gewinnt „The Voice 2016“

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Tay bei "The Voice of Germany".

Berlin - Ein reines Männer-Quartett hatte sich am Sonntag um den Titel als Gewinner der diesjährigen Staffel von „The Voice“ beworben. Wir waren live dabei.

  • In der sechsten Staffel von „The Voice of Germany“ wird erstmals an einem Sonntag der Gewinner gekürt.
  •  Diesmal hat es keine Frau in die Runde der vier letzten Kandidaten geschafft.
  • Prominente Unterstützung bekommen die Kandidaten von Superstars wie Alicia Keys, John Legend, Emeli Sandé, OneRepublic und James Arthur (britischer Castingshow-Gewinner).
  • Zudem singen alle Kandidaten solo und im Duett mit ihren Coaches.
  • Die Zuschauer bestimmen, welche zwei Talente in die Endrunde kommen, dort präsentieren diese jeweils eine eigene Single.

Zweimal kam der „The Voice“-Gewinner schon aus dem Stall der Coaches Michi Beck und Smudo. Beim Finale der Castingshow am 4. Advent wollen die beiden „Fanta 4“-Musiker ein drittes Mal ihre Konkurrenz ausstechen. Der Kandidat der beiden heißt Marc Amacher. Der 32-jährige Monteur aus der Schweiz hat seinen eigenen Kopf und gilt mit seiner rockigen Stimme als Publikumsliebling. Er singt „Are You Gonna Go My Way“ von Lenny Kravitz und mit seinen Coaches „Ernten was wir säen“. Atemübungen macht er mit Emeli Sandé und ihrem „Breathing Underwater“. Seine Single „Roots Boy Boogie“ ist Bo Diddley gewidmet.

Yvonne Catterfeld hat dagegen Chancen, als erster weiblicher Coach zu triumphieren, denn auch sie hat ein Riesentalent am Start. Zum massiv tätowierten Boris Alexander Stein aus Lüneburg passt die Beschreibung „Harte Schale, weicher Kern“. Mit One Republic (“Apologize“) performt er „You can‘t judge a book by its cover“, solo versucht er sich an Herbert Grönemeyers „Demo (Letzter Tag)“. Yvonne steht ihm bei „Irgendwas feat. Bengio“ zur Seite. Seine Single heißt „Losgelöst“.

Tränen der Rührung vergossen hat schon Samu Haber, als sein Kandidat sang. Robin Resch ist angehender Molekularbiologe aus Österreich, hat ein Faible für Balladen und traut sich auch nur mit Gitarre auf die „Voice“-Bühne. Der 22-Jährige wandelt mit „Photograph“ auf den Spuren von Ed Sheeran, mit Samus Band „Sunrise Avenue“ besucht er die „Hollywood Hills“, James Arthur fleht mit ihm zusammen „Say You Won‘t Let Go“. Robins Single trägt den Titel „Disneyland“.

80 Prozent der Stimmen war dem 20-jährigen Tay Schmedtmann aus NRW für seinen Einzug ins Finale sicher. Wenn das auch noch nicht den Sieg bedeutet, ein gutes Polster und ebenso gutes Zeichen für den Schützling von Andreas Bourani ist es allemal. Für seine Solo-Performance hat sich der Bürokaufman Xavier Naidoos „Sie sieht mich nicht“ ausgesucht, zusammen mit seinem Coach wird er den „Eisberg“ besingen. Seine Single heißt „Lauf, baby, lauf“.

Doch schon der Startschuss zur Finalshow der sechsten „The Voice“-Staffel hat es in sich: Da werden die vier zusammen mit US-Megastar Alicia Keys deren Hit „If I Ain‘t Got You“ zum Besten geben. 

Besinnlich wird dieser 4. Advent also nicht, dafür umso musikalischer.

+++ So, liebe Musikfreunde, das Finale der 6. Staffel von „The Voice of Germany“ geht los!!!

+++ Alicia Keys ist die erste von mehrerer internationalen Stars, die heute Abend auftreten. Ihr gebührt die Ehre des ersten Songs. Bei „If I Ain‘t Got You“ unterstützen sie alle vier der übrig gebliebenen Kandidaten.

+++ Nach 13 Jahren hat die Ballade nichts an ihrer Power verloren, auch Frau Keys ist stimmlich heute Abend bestens aufgelegt. Hoffentlich die vier Talente, die gewinnen wollen, ebenso.

+++ „Wenn Robin gewinnt, weine ich wie ein Baby“, kündigt Samu an. Lena Gercke meint motivierend: „Frauen lieben das.“

+++ Heute gibt es zwei Voting-Runden. Runde 1 besteht aus einem Duo des Kandidaten mit seinem Coach, eines mit einem der anwesenden Stars, sowie einen Cover-Song. Die beiden, die weiterkommen, präsentieren dann ihre eigene Single. 

Robin bei "The Voice of Germany".

+++ Robin Resch macht den Anfang. „Photograph“ von Ed Sheeran liegt genau auf der Linie des jungen Mannes im Holzfällerhemd. Schon nach wenigen Sekunden klatscht das Publikum (einigermaßen) rhythmisch mit. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist!

+++ In den Stühlen scheinen Federn eingebaut zu sein, so schnell stehen die Zuschauer nach Ende des Liedes und bejubeln den 22-Jährigen frenetisch. Oder gab‘s zum Warmwerden Alkohol? Wir werden es nie erfahren...

+++ Samu ist stolz auf seinen Schützling, der vor zwei Tagen noch krank war, wie er verrät. Kann er durchaus sein, auch wenn man sich weniger Kopie und mehr eigene Note wünscht - gerade wenn es ein Cover ist. Wir sind hier ja nicht beim Karaoke-Abend in der Dorf-Disse.

+++ Marc Amacher ist eigentlich auf Rock und Blues gepolt, aber sein erstes Lied ist - schließlich ist er unter den Fittichen der zwei von Fanta 4 - ein Rap - allerdings nicht in Schwyzerdütsch. Auf die Weise kann der Mann mit dem Hut seinen musikalischen Horizont erweitern - kann er auch überzeugen?  

Marc und die Fanta 2 bei "The Voice of Germany".

+++ Nun gut, den Rap-Teil von „Ernten was wir säen“ übernehmen weitestgehend die Fantas, aber beim Refrain darf Marc ran. Von seiner Reibeisenstimme würde man allerdings gerne mehr hören. Da helfen auch die Background-Tänzerinnen mit den niedlichen Puscheln auf der Stirn nichts. Das Publikum rastet dennoch aus.

+++ Boris steht mit „One Republic“ auf der Bühne - doch zuerst kommt der erste von wahrscheinlich sehr, SEHR vielen Werbeblöcken.

+++ Irgendwie komisch mutete die Wahl des ersten Songs für Marc schon an. Hiphop ist so gar nicht sein Metier, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der ja schon ein wenig aussieht wie ein besser rasierter Ed Sheeran. Was haben sich die Fantas da gedacht? So wird das jedenfalls nichts mit dem Hattrick.

+++ Ja, das mit der Frauenquote ist ein Konzept, das heute Abend bei „The Voice“ definitiv so gar nicht klappt.

Tay bei "The Voice of Germany".

+++ Tay macht einen auf Xavier Naidoo. „Sie sieht mich nicht“ heißt das Lied, und er kommt dem Original erstaunlich nah. Allerdings haben wir doch schon einen Xavier, einen Tay haben wir noch nicht.

+++ Tay hat Pipi in den Augen, denn ihn verbindet mit dem Song eine ganz besondere Geschichte. Verraten will er die uns allerdings nicht. Schade.

+++ Lena sieht in ihrem weißen Kleid klasse aus. Das ist auch gut so, denn das lenkt von ihrer quakig-nervigen Stimme ab. 

+++ Glaubwürdigkeit und Emotionalität zählt, meint  der Sänger von One Republic. Mal sehen, wie authentisch Boris rüberkommt. 

+++ Hat er schon gut gemacht, der Boris, aber man merkt schon auch: An Ryan Tedder von O.R. kommt Boris nicht ran. Der Qualitätsunterschied wird deutlich. Liegt‘s an der Nervosität?

+++ Zum Schlussakkord haben Boris und Ryan Händchen gehalten. Egal, wie das Finale ausgeht: Das scheint der Beginn einer großen Bromance zu sein.

+++ Robin Resch ist wieder dran. Er wird vorübergehend neues Mitglied bei „Sunrise Avenue“. Samu, reiß dich zusammen, Weinen kannst du erst nachdem du gesungen hast!

+++ „Bye-bye, Hollywood Hills“ kommt ausnahmsweise extrem balladig daher, das passt Robin sicher bestens in den Kram.

Robin im Duett mit Samu bei "The Voice of Germany".

+++ Hat er gut gemacht. Die Österreich-Finnland-Kollabo hat funktioniert, wenn man dem Applaus des Publikums glauben darf, auch wenn die Stimmen der beiden sehr unterschiedlich sind. Andererseits hat eh keiner eine Stimme wie Samu.

+++ „Er hat besser gesungen als alle Finnen zusammen“, lobt Samu seinen Kollegen.

+++ Von Balladen hält sich Marc gern fern, weil er so emotional ist, sagt er. Jetzt muss er die Hosen seiner Seele herunterlassen. Vor Emeli Sandé, die Balladen quasi atmet. Keine leichte Aufgabe für den Rocker. 

Marc sang zusammen mit Emeli Sandé bei "The Voice of Germany".

+++ Marc bringt vor lauter Schiss kaum einen Ton raus. Erst gegen Schluss wird‘s etwas besser. Aus „Breathing Underwater“ wird doch heute Abend hoffentlich für ihn kein Schlag ins Wasser? Sandé hat ihn mit ihrer Powerstimme definitiv in Grund und Boden geschmettert. 

Fatale Song-Auswahl: Wird Marc sabotiert?

+++ Erst muss Marc hiphoppen, dann soulen, beides so gar nicht seins. Das riecht nach Sabotage, meinen auch Teile der Twitter-Gemeinde.

+++ John Legend ist eines der größten Vorbilder von Tay. Jetzt darf er zusammen mit seinem Idol auf der Bühne stehen und seinen Song „Love me now“ performen. Hoffentlich kriegt wenigstens er sein Muffensausen unter Kontrolle.

+++ Leicht zu singen ist der Song nicht. Wenn‘s in die Höhe geht, wackelt Tay etwas, aber sonst ist er sattelfest. Die Stimmen der beiden harmonieren auch gut.

+++ „The Voice“ geht im nächsten Jahr übrigens weiter, ebenso The Voice Kids“.

+++ Boris versucht sich an Grönemeyers „Demo“. Mutig! Aber endlich versteht man mal den Text des Liedes, da macht‘s auch kaum was aus, dass ein paar Töne ihr Ziel knapp verfehlen. Grönis Stimme hat man bei alldem natürlich trotzdem im Ohr. 

+++ Die belanglose Zwischen-den-Songs-Plauderei gerät in eine gehörige Schräglage, als Samu über „Scheißhaus“-Treffen mit einem der Kandidaten erzählen will. Keiner weiß genau, was er meint, aber vor allem will das keiner so genau wissen.   

Robin im Duett mit James Arthur bei "The Voice of Germany".

+++ James Arthur hat vor Jahren mit dem Gewinn einer Castingshow den Grundstein für seine Karriere gelegt. Er weiß also, was die Kandidaten gerade durchmachen.  

+++ Auch hier zeigt sich deutlich der Qualitätsunterschied zwischen dem Profi und dem Newcomer, und seien es nur die Nerven. 

+++ Marc zum dritten. Endlich darf er das tun, was er eindeutig am besten kann: Rocken!!!

Marc bei seiner Solo-Performance bei "The Voice of Germany".

+++ Bei „Are you gonna go my way“ von Lenny Kravitz fühlt er sich sichtlich wohl - vielleicht zum ersten Mal an diesem Abend. Standing Ovations und Sprechgesänge aus dem Publikum danken es ihm.

Thore sorgt für Fremdschäm-Moment 

+++ Moderator Thore nennt den Schweizer „Bergkäse“. Live ist, wenn man witzig sein will und dabei nur peinlich ist.

+++ Andreas Bourani und Tay singen jetzt im Duett „Eisberg“. Nicht zu verwechseln mit „Eisbär“ von Grauzone aus der NDW-Zeit (die Älteren werden sich erinnern).  

+++ Auch da sind‘s wieder die Höhen, an denen Tay leicht verzweifelt, aber ansonsten ist er souverän. Wenn er es nicht ins Final-Finale schaffen sollte, müsste es schon mit dem Naidoo... äh, mit dem Teufel zugehen.

+++ Das gute an den vielen Werbeblöcken ist zweifellos, dass man sich mit den Getränken nicht einschränken muss. 

Boris im Duett mit Yvonne Catterfeld bei "The Voice of Germany".

+++ Yvonne Catterfeld lässt Boris an ihren Song „Irgendwas feat. Bengio“ ran. Ein Song, der über weite Strecken mehr oder weniger mit zwei unterschiedlichen Tönen auskommt. Wer zeigen will, dass er so richtig gut singen kann, sollte ein anderes Lied wählen. Aber es geht auch hier offensichtlich eher darum, Yvonnes aktuelle Single zu featuren: Das selbe haben wir ja auch bei dem Marc-vs-Emeli-Schlamassel erlebt, und bei den Fantas war‘s zwar keine aktuelle Single, aber da konnte es auch nur um die eigenen Verkaufszahlen, nicht um die stimmlichen Qualitäten des Kandidaten gegangen sein. 

+++ Es darf erstmals gevotet werden.

+++ Wie erwartet ist Tay weiter.

+++ Bei den anderen drei war es knapp, meint Thore. Antreten gegen Tay muss... Robin. Marc hat die Hattrick-Träume der Fantas zerplatzen lassen. 

Tay und Robin machen den Sieg unter sich aus

+++ Robin singt seinen Song „Disneyland“, den er zusammen mit Samu geschrieben hat. Es geht um die Suche nach dem perfekten Ort, sagt er. Mal sehen, ob es auch ein perfekter Song ist.

+++ Es ist natürlich eine Ballade, die Robins Stimme schmeichelt. Auf den Leib bzw. die Kehle geschrieben, sozusagen. Der Refrain hat durchaus Ohrwurm-Qualitäten. Aber vom Hocker reißen tut das Lied jetzt nicht gerade.

+++ Tay singt „Lauf, baby, lauf“ - und erinnert schon in den ersten Takten stimmlich wieder sehr an Xavier Naidoo. Auch der Text hat diese typische Naidoo-Erbauungs-Lyrik (Bsp.: „Es gibt immer einen, der an Dich glaubt.“), auf die man hierzulande zu weiten Teilen so steht. 

+++ Die Wahl dürfte so oder so nicht leicht fallen.

+++ Natürlich ist Alicia Keys nicht nur gekommen, um die Show zu eröffnen. Sie will auch ihre aktuelle Single „Blended Family“ vorstellen. Ein schönes R‘n‘B-Stück mit einer positiven Botschaft. Das kann sie halt richtig gut, die Alicia.

+++ „Findet heraus, was Euch ausmacht und was nur ihr könnt“, rät Keys den Kandidaten. Hoffentlich haben sie zugehört.

+++ Schade eigentlich, dass man für Frau Keys nicht voten kann...

+++ Das Ergebnis ist da!

+++ Endlich!

+++ Diese Spannung!

+++ Das nervt ganz schön, dieses Hinauszögern, gell? Machen die beiden Moderatoren aber genauso, das muss so sein, vong Drama her.

+++ Arm in Arm stehen die beiden Finalisten mit ihren Coaches nebeneinander. Schönes Bild.

+++ Und der Gewinner ist...

+++ Na?

+++ ... mit 53,87 Prozent aller Stimmen...

Tay Schmedtmann gewinnt „The Voice 2016“ 

+++ TAY SCHMEDTMANN!!!

+++ Er sieht völlig geschockt aus, kann‘s noch gar nicht begreifen, doch während er noch einmal seine Single performt, schleicht sich langsam ein Lächeln auf sein Gesicht.

+++ Wir gratulieren herzlich und laufen jetzt auch - zur Tram nach Hause.

+++ Gute Nacht!

hn

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