Vorentscheid heute Abend

Manga, Metal und Mönche beim Eurovision Song Contest

Nach dem Eklat um Xavier Naidoo hat die ARD ein spannendes Teilnehmerfeld für den Eurovision-Song-Contest-Vorentscheid  zusammengestellt. Favoritin Jamie-Lee Kriewitz ist erst 17.

Wäre es nach Thomas Schreiber gegangen, hätte es „Unser Song für Stockholm“ nie gegeben. Im November kündigte der Unterhaltungskoordinator der ARD an, Xavier Naidoo zum Eurovision Song Contest (ESC) zu schicken. Nach Protesten gegen die rechtspopulistischen Äußerungen des Mannheimer Sängers zogen die Verantwortlichen die Nominierung wieder zurück. Nun gibt es Donnerstag (20.15 Uhr, ARD) wie in den Vorjahren doch einen Vorentscheid, was sicher die bessere Wahl ist, denn so abwechslungsreich war die deutsche Kandidatensuche noch nie.

Wer hat die größten Chancen? 

Die Jüngste der zehn Teilnehmer. Als die 17-jährige Jamie-Lee Kriewitz im Dezember spätabends die Pro-7-Castingshow „The Voice of Germany“ gewann, durfte sie aus Jugendschutzgründen nicht einmal Interviews geben. Ihr melancholischer Mainstreampop-Song kletterte bis auf Platz elf der Charts. Und mit ihren schrillen Outfits wurde das „Manga-Mädchen“ nicht nur zum Liebling ihrer Coaches Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier.

Der neue Andreas Kümmert wird Kriewitz eher nicht. Anders als ihr Vorgänger als „Voice of Germany“-Sieger, der im Vorjahr nach seinem Triumph beim Vorentscheid auf den ESC verzichtete, fühlt sich die junge Frau aus Springe bei Hannover im Rampenlicht wohl. Ihr Abitur hat sie erst einmal nach hinten verschoben. So könnte Kriewitz eher die neue Lena werden.

Was wird es sonst zu hören geben? 

Fast alles: Der international erfolgreiche Metal-Musiker Tobias Sammet aus Fulda (Edguy) macht mit Avantasia Bombastrock. Woods of Birnam mit dem Schauspieler Christian Friedel („Elser“) glänzen mit melodischem Indiepop. Ella Endlich lässt das Herz der Schlager-Fans höher schlagen. Und bei Gregorian trifft Pop auf gregorianischen Mönchsgesang. Jeder der zehn Kandidaten dürfte in Stockholm besser abschneiden als Anne Sophie, die 2015 in Wien mit null Zählern Letzte wurde.

Gibt es sonst eine Überraschung? 

Ja, Ralph Siegel steht nach elf Jahren Pause wieder auf der deutschen ESC-Bühne. Wobei Mister Grand Prix natürlich nicht selbst singt. Aber nach zahlreichen Kompositionen für Außenseiternationen wie Malta ist der 70-Jährige endlich wieder für das Land im Rennen, dem er mit Nicoles „Ein bisschen Frieden“ 1982 den ersten ESC-Erfolg bescherte. Seine Wir-sind-alle-gleich-Ballade „Under The Sun We Are One“ singt „Supertalent“-Finalistin Laura Pinski.

Wie wird der Sieger ermittelt? 

In zwei Durchgängen. In der von Barbara Schöneberger moderierten Show in Köln stimmen die Zuschauer erst über alle Kandidaten ab. Die drei besten kommen ins Finale.

Die zehn Kanidaten

Alex Diehl: Nach dem Terror von Paris schrieb der Singer/Songwriter aus dem Chiemgau „Nur ein Lied“, das um die Welt ging.

Avantasia: „Mystery Of A Blood Red Rose“ hat der Fuldaer Tobias Sammet eigentlich für Meat Loaf geschrieben - so klingt es auch.

Ella Endlich: In „Adrenalin“ singt das Schlagersternchen: „Nimm mich mit nach nirgendwo.“

Gregorian: Die erfolgreichen Pop-Mönche treten am 24. April in der Kasseler Stadthalle auf.

Jamie-Lee Kriewitz: Die „Voice of Germany“-Siegerin ist Favoritin.

Joco: Die Indiepop-Schwestern haben ihr Album in den legendären Abbey Road Studios aufgenommen.

Keøma: Das Duo um die australische Sängerin Kat Frankie macht Dream-Pop und gastiert am 10. März im Kasseler Schlachthof.

Laura Pinski: Die neue Hoffnung des Komponisten Ralph Siegel.

Luxuslärm: Das Deutschpop-Quintett um Frontfrau Juni Meyer gilt als Silbermond von Iserlohn.

Woods of Birnam: Schauspieler Christian Friedel macht mit Polarkreis-18-Musikern großen Pop.

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