Ein kleiner Film als großes Geschenk

"Meine Schwestern": Die letzte Reise

Berlin - Heul-Garantie gibt es in "Meine Schwestern": Kitschfrei, mit Leichtigkeit und trockenem Humor erzählt Regie-Chamäleon Lars Kraume vom Abschiednehmen, von Vertrauen, Freundschaft und Liebe.

Linda (Jördis Triebel) wurde mit einem schweren Herzfehler und einer Lebenserwartung von drei Monaten geboren. Nachdem sie dem Sensenmann nun schon 30 Jahre abgetrotzt hat, spürt sie, dass sie die nächste OP nicht überstehen wird. Darum überredet sie ihre Schwestern zu einem Wochenendtrip: die taffe Katharina (Nina Kunzendorf), die älteste der drei, die schon früh zu viel Verantwortung übernehmen musste, und die labile Clara (Lisa Hagmeister), das Nesthäkchen, das man zu lange aus allem heraushalten wollte. Die drei fahren an die Nordsee, nach Tating, dem Urlaubsort ihrer Kindheit, und zu ihrer Lieblingstante nach Paris. Unterwegs kommt zu denkwürdigen Begegnungen, da wird getanzt und gebechert, gelacht und geknutscht, gestritten und verziehen.

Völlig kitschfrei, mit Leichtigkeit und trockenem Humor erzählt Regie-Chamäleon Lars Kraume vom Abschiednehmen, von Vertrauen, Freundschaft und Liebe. Präzise und pointiert zeichnet er die Geschwisterbeziehung, mit wenigen Blicken, Gesten und Worten. In den intelligenten, lebensnahen Dialogen findet sich kein einziger überflüssiger Satz. Der leise, dafür umso intensivere Film ist gleichermaßen geprägt von Melancholie und Lebenslust. Vor allem aber ist er ein Schauspielerfest: Die drei Hauptdarstellerinnen finden, erstmals vor der Kamera vereint, zu natürlichem, facettenreichem, zutiefst berührendem Spiel. Kurz gesagt: Dieser kleine Film ist ein großes Geschenk.

mac

Rubriklistenbild: © Badlands/Alamode Film

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.