Michael Jackson: „This Is It“

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Eine Szene aus dem Film "Michael Jackson This Is It". Der Film basiert auf Material von den letzten Proben des Entertainers und Behind-the-Scenes-Aufnahmen.

München - Es sind die letzten Aufnahmen des King of Pop. Die Proben für die Abschiedstournee von Michael Jackson sind als Doku jetzt im Kino zu sehen. Lesen Sie hier die Filmkritik zu „This Is It“.

Es war das größte Showspektakel aller Zeiten, das nie stattfand. Die 50 Comeback-Konzerte von Michael Jackson in London, „This Is It“ – es sollte nicht sein.

Seit Mittwoch (28.10.09) können die Jacko-Fans wenigstens einen Eindruck davon bekommen, wie pompös das Phantom der Pop-Oper seine Wiedergeburt inszenieren wollte. Für zwei Wochen läuft „This Is It“ im Kino, eine 112-Minuten-Doku, die die Proben in Los Angeles von April bis zu seinem Tod im Juni zeigt. Ein allerletztes Mal deutet der Größte den Moonwalk an, kiekst, greift sich mit geübtem Griff ans Gemächt und beteuert in „Billie Jean“ noch einmal, wie 1982, „The kid is not my son“. Ein Zeitdokument wie die letzte Rede von Kennedy, mal genial, mal gespenstisch. This is Hit – oder This is nix? Der Eindruck von Michaels Jacksons filmischem Vermächtnis bleibt zwiespältig. Denn Jacko funktioniert zwar noch auf der Bühne im Staples Center – doch er brilliert nicht mehr.

Michael Jackson: Premiere von „This is it“

Die begehrten Karten für den Film. © dpa
Weltpremiere in Berlin. © dpa
Berlin: Die Fans warten auf den Beginn des Films. © dpa
Premiere in Berlin. © dpa
Viele die kamen, erhielten keine Karten mehr und sammelten sich vor den Kinos. © dpa
„Der Clown“-Darsteller Sven Martinek am „Cine Star Sony Center“ in Berlin. © dpa
Viele Fans kamen im Jacko-Outfit um an ihr Idol zu erinnern. © dpa
Karten für die Premiere in Hamburg. © dpa
Der Film wird auf DVD und CD zu kaufen sein. © dpa
Seit gestern kann man die CD zum Film kaufen. © dpa
Außenleinwände an den Kinos, für die Fans, die keine Karten mehr ergattern konnten. © dpa
So bleibt er vielen Fans in Erinnerung. Als strahlender Held. © dpa
Fans vor dem Kino. © dpa
In Los Angeles riefen die Filmemacher zur Weltpremiere und sie kamen alle...Sängerin Jennifer Lopez... © dpa
Schauspielerin Jennifer Love Hewitt.... © dpa
Jermaine Jackson, der Bruder des „King of Pop“... © dpa
Sängerin Kate Perry... © dpa
....Hollywood-Star Will Smith. In Los Angeles fand die Premiere im Nokia Theatre statt. © dpa
„Spice Girl“ Mel B. kam nach London zur Premiere. © dpa
Wenige Stunden vor der Premiere ist es noch ruhig in London. © dpa
Innerhalb kürzester Zeit füllte sich der Platz. © dpa
Hotelerbin Paris Hilton kam ebenfalls nach Los Angeles. © dpa
Wegbegleiterin aus den „goldenen 80ern“: Sängerin Paula Abdul. © dpa
Sänger Peter Andre kam extra aus Australien nach London zur Premiere. © dpa
Fans waren stolz, wenn sie eine Karte ergattern konnten. © dpa
In Seoul gedachten viele ihrem Star. © dpa
Der Jacko-Clan darf nicht fehlen. Tito, Marlon und Randy Jackson. © dpa
Starlauf in Los Angeles. Hier Schauspielerin Vivica A. Fox. © dpa
Die Gruppe Westlife in London. © dpa

Fest steht allerdings: „This Is It“ wäre eine gewaltige Show geworden, ein Spektakel mit allem Bombast, den Hollywood aufzubieten hat. Sogar im Kino fahren die sieben Sinne der Besucher beim Hinschauen Achterbahn. Zu Beginn des Phantom-Konzerts steigt Jackson aus dem „Lightman“, einer riesigen Figur, auf die die Highlights seiner Karriere projiziert werden. Später schießen Tänzer aus Toastern in die Luft, eine neue Version des „Thriller“-Videos ist in 3D zu sehen, eine computeranimierte Armee aus 1100 Tänzern marschiert zu „They don’t care about us“. Und die 24-jährige ultrablonde Leadgitarristin Orianthi Panagaris aus Australien ist der pure Sex. Ihr atemlos zuzuschauen, wie sie Eddie van Halens „Beat it“-Solo performt, wäre allein schon den Eintritt in London wert gewesen.

Inmitten des gigantischen Entertainment-Taifuns, der da über die Bühne fegt, bleibt ausgerechnet der abgemagerte Meister himself der Schwachpunkt. Natürlich: Jackson wirkt besser in Form, als man ihm zugetraut hätte. Die Stimme bei „I just can’t stop loving you“ oder beim „Earth Song“ ist durchaus in Ordnung (falls die Macher des Films nicht nachträglich ein wenig nachgeholfen haben), die Bewegungen sitzen, und bei „Billie Jean“ schwärmt Regisseur Kenny Ortega nicht zu Unrecht: „Michael, das ist die heilige Kirche des Rock ’n’ Roll!“

Und doch: Besonders in Nahaufnahmen wirkt Jackson müde, ohne Freude, wie eine 3D-Animation, ein Jacko-Roboter, eine geschundene Kreatur. Die scheinbare Leichtigkeit früherer Jahre ist unwiederbringlich verschwunden. Und nicht nur die sagenhafte Performance des „Earth Song“ auf der Hebebühne, die 1995 in „Wetten, dass..?“ ganz TV-Deutschland atemlos bestaunte, bleibt 2009 blass und blutleer. Der Schöpfer von „Beat It“, am Ende selbst geschlagen, besiegt – die Sonne war schon vor seinem Tod am 25. Juni vom Himmel gefallen.

Mehr denn je bleibt nach diesem Film offen, wie viele Shows in London Jacko überhaupt durchgestanden hätte. Und dennoch: Den King of Pop noch einmal 2009 auf der Bühne „Billie Jean“ performen zu sehen – This is it, das ist allein schon das Eintrittsgeld wert.

Jörg Heinrich

„Michael Jackson – This Is It“

Regie: Kenny Ortega

Sehenswert: Vier Sterne

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