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Missglückte Bescherung

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Münchner Weihnachts-„Tatort“ reiht sich ein in die schlechtesten Konzeptideen der TV-Reihe.

Ermitteln: Udo Wachtveitl als Francis Lightmeyer  (links) und Miroslav Nemec als Ivor Partridge.
2-Tatort-Mord-unter-Misteln.jpg © Bavaria Film

Manchem treuen Zuschauer des Krimiklassikers im Ersten dürfte es nach dem „Tatort“-Vorspann so gegangen sein wie einem Teenager, der das Geschenkpapier aufreißt und statt des ersehnten Computerspiels ein Geschichtslexikon in Händen hält. Die Episode „Mord unter Misteln“, in der sich Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) auf einmal beim Krimidinner in Chief Inspector Lightmyer und Constable Partridge verwandelten und an Heiligabend 1922 in einem britischen Herrenhaus ermittelten, hatte mit einem „Tatort“ nichts zu tun.      Robert Löhr (Buch) und Jobst Christian Oetzmann (Regie) setzten in der Reihe fürchterlich schief gegangener „Tatort“-Experimente – erinnert sei ans Ludwigshafener Mundart-Laienspiel „Babbeldasch“ – neue Maßstäbe. Selbst der Konflikt der Kommissare, eigentlich keine schlechte Idee – Leitmayr war eingeschnappt, weil Batic über vorzeitigen Ruhestand nachdenkt – war harmlos wie ein Kinderpunsch. Wenigstens zeigte das Verdächtigen-Sextett um Sunnyi Melles als Hausherrin Lady Bentham, dass es schauspielerisch etwas draufhat.

Von Mark-Christian von Busse

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