ARD, So., 20.15 Uhr

Münchner „Polizeiruf 110: Sumpfgebiete“ mit Matthias Brandt: Panik und Paranoia

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Misstrauen: Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) wird gegen Kollegin Kathrin Schulz (Katharina Behrens) handgreiflich.

Sonderlich aufgeschlossen und zugewandt war Hanns von Meuffels (Matthias Brandt), der Münchner „Polizeiruf 110“-Kommissar, nie. Aber so auf sich gestellt wie im Film „Sumpfgebiete“ am Sonntag im Ersten war er noch in keinem Fall.

Meuffels fühlt sich verraten und allein gelassen – er wird gegen seine Kollegin sogar handgreiflich und landet in der Psychiatrie.

Was bringt den Kommissar denn so auf?

Nach fünf Jahren in einer geschlossenen Abteilung – nachdem sie ihren Mann angezündet hatte – wird Julia Wendt (Julia Engel) entlassen. Sie hatte ihm vorgeworfen, in einen Schwarzgeld-Skandal verwickelt zu sein. Nun behauptet sie, noch eine brisante Liste mit Steuerunterlagen zu besitzen. Meuffels glaubt der Frau – als Einziger. Er rennt gegen eine Wand. Bald fühlt er sich observiert und verfolgt.

Auf wessen Seite ist man als Zuschauer?

Das ist die spannende Frage. Meuffels wittert eine riesige Verschwörung. Aber ob er sich alles nur einbildet, ob er nicht einer Paranoia unterliegt, bleibt fast bis zum Schluss in der Schwebe. Wie er Panik bekommt, wie er glaubt, dass ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wird, das ist fantastisch gespielt und atmosphärisch exzellent gemacht.

Wer hat sich diesen Krimi ausgedacht?

Meuffels’ Horrortrip haben Holger Karsten Schmidt und Volker Einrauch geschrieben, beide versierte Drehbuchautoren. Grimmepreisträgerin Hermine Huntgeburth („Männertreu“) hat den Krimi inszeniert, dessen Ausgangspunkt entfernt an den Fall Gustl Mollath erinnert.

Lohnt sich denn das Einschalten?

Ja, wenn man die von Matthias Brandt so großartig verkörperte Figur und den mitunter experimentellen, mutigen Münchner „Polizeiruf 110“ schätzt. Wer einen stringent erzählten, geradlinigen Krimi erwartet, wird von der düsteren Stimmung seiner einsamen Ermittlung gegen geballte Widerstände eher genervt sein.

Eine Kritik lesen Sie Sonntagabend auf www.hna.de/kultur

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