ARD, Sonntag, 20.15 Uhr

So gut ist der heutige Münsteraner Tatort

Machen eine gute Figur: Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, links) und Frank Thiel (Axel Prahl). Foto: wdr

"Ein Fuß kommt selten allein“, so ist der Münsteraner „Tatort“ am Sonntag, 20.15 Uhr, im Ersten betitelt.  Wir haben ihn schon gesehen und sagen, ob sich das Anschauen lohnt.

Die beliebtesten Ermittler der Krimireihe, Rechtsmediziner Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und Kriminalhauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl), bekommen es mit einem Fall in der Szene des Wettbewerbstanzens zu tun.

Worum geht es in diesem „Tatort“?

Um den Tod einer moldawischen Tänzerin, deren Leiche Thiels "Vaddern“ (Claus Dieter Clausnitzer) bei der Pilzsuche im Wald findet. Thiel und Boerne stoßen auf ein Milieu, in dem mit harten Bandagen gekämpft wird – bis hin zu K.-o.-Tropfen für die gegnerische Mannschaft. Die Tanzsportgemeinschaft Münster (deren Tänzer von Mitgliedern des TSC Brühl verkörpert wurden) steht vor dem Aufstieg in die Bundesliga, Negativschlagzeilen stören da nur. Dass es im Club brodelt, spüren Thiel und Boerne schnell. Eifersüchteleien, Ehrgeiz, erbarmungsloser Druck und verschmähte Liebe bieten reichlich Motive.

Wer tritt da besonders in Erscheinung?

Trainer Andreas Roth (Max von Pufendorf), der die Tänzer triezt, Vereinspräsident und Star-Orthopäde Winfried Steul (Thomas Heinze), der die Ermittlungen nach Kräften behindert, außerdem ein ehemaliger Afghanistan-Kämpfer, der mit seinen Traumata ringt. Die kleinwüchsige Assistentin des schnöseligen Pathologen Boerne, „Alberich“ (Christine Urspruch), hat diesmal einen großen Auftritt – sie, nicht er, bekommt das Bundesverdienstkreuz. Der Professor wird auch selbst aufs Tanzparkett gezerrt, von Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Grossmann).

Wer hat sich diesen „Tatort“ ausgedacht?

Stefan Cantz und Jan Hinter haben 2002 den populären Münster-„Tatort“ erfunden und elf Drehbücher beigesteuert. Der aktuelle ist bereits der 29. Fall des Duos Thiel/Boerne. Regie geführt hat der erfahrene Thomas Jauch. In seinem zweiten Fall setzt er auf die bewährte Mischung aus Klamauk und Krimi.

Und wie funktioniert das diesmal?

Wie immer. Die Dialoge sind großartig, gewohnt pointiert, anspielungs- und geistreich (dass Thiels Vater eine Fußreflexzonenmassage-Praxis in Wuppertal hatte, lässt natürlich an Loriots Lottogewinner-Sketch denken). Bloß nach Logik und Spannung darf man nicht fragen. Den Täter ahnt man viel zu früh. Aber mit solch strengen Maßstäben darf man den Münster-„Tatort“ besser nicht messen – hier geht’s allein um Krimispaß.

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