Der deutsche Serienliebling

Nach qualvoller Krankheit: „Tatort“-Star Renate Schroeter ist tot

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Renate Schroeter.

Berlin -  Die Schauspielerin, die bis heute einen Quotenrekord beim „Tatort“ hält, ist verstorben. Ein Überblick über Renate Schroeters abwechslungsreiche Karriere.

Die meisten dürften die Schauspielerin Renate Schroeter aus deutschen Endlosserien wie „Der Landarzt“ oder „Notruf Hafenkante“ kennen - ihre Paraderolle aber ist wohl nur echten Liebhabern deutscher Filmgeschichte ein Begriff: Renate Schroeter spielte die weibliche Hauptrolle in der ersten „Tatort“-Folge überhaupt. 

Die traurige Nachricht, die aktuell von zahlreichen Medien bestätigt wird, dürfte deshalb vor allem treue Tatort-Fans schockieren: Renate Schroeter ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Sie erlag am Montag einer kurzen, schweren Krankheit, wie auf der Homepage ihrer Agentur mitgeteilt wurde. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung (Mittwoch) unter Berufung auf das Management der Darstellerin berichtet, dass es sich dabei um die Krankheit Krebs handle. Demzufolge starb die gebürtige Berlinerin in Freiburg. „Sie wird uns fehlen - sie fehlt“, teilte ihre Agentur mit. 

„Taxi nach Leipzig“ - Die ARD liefert eine Hommage an den Klassiker

Der deutsche Serienliebling starb damit wenige Monate nachdem die ARD ausgerechnet den Krimi, in dem Renate Schroeter höchstpersönlich die Rolle einer selbstbewussten Braut übernahm, wieder aufleben ließ. Am 13. November 2016 flimmerte die Polizeiserie nämlich bereits zum 1000. Mal über etliche deutsche Fernsehbildschirme. Um dieses besondere Jubiläum gebührend zu feiern, lieferte der Sender eine Hommage an den Klassiker von 1970 - und zeigte eine Neuauflage von „Taxi nach Leipzig“. 

Renate Schroeters Karriere im Überblick

Ihren endgültigen Durchbruch aber feierte Schroeter erst im Jahr 1978: Im „Tatort“ „Rot, rot, rot“ spielte sie eine Frau namens Julia Pfandler, die von ihrem Ehemann Konrad (Curd Jürgens) erdrosselt wird - und entpuppte sich dabei als echter Garant für hohe Quoten. Wie die „Bild“ berichtet, lockte die gebürtige Berlinerin mit ihrem Auftritt rund 26,6 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme und hält damit einen Rekord. 

Auch Schroeter selbst hegte ganz offensichtlich eine Vorliebe fürFilme mit viel Mord und Totschlag. Davon zeugten auch die folgenden Stationen ihrer Karriere, wie die Beteiligung an Serien wie „Die Wächter“ (1986) oder auch „Der letzte Zeuge“ (1997-2005) .

Doch in seltenen Fällen durchbrach die Schauspielerin ihr Muster und schlüpfte in für sie untypische Rollen. So war sie nach Informationen des Nachrichtenportals „n-tv.de“ beispielsweise auch in großen Kinoproduktionen wie "La Dentellière" (1976) und „Teddy Bär“ (1983) zu sehen und trieb - abseits von heimischen TV-Serien und Kinoleinwänden - zeit ihres Lebens auch ihre Karriere am Theater voran. 

Schon seit ihrem 20. Lebensjahr wagte sich die Berlinerin auf die große Bühne, gab beispielsweise 1963 das Gretchen in den „Faust“ Ur-Aufführungen an den städtischen Bühnen in Frankfurt. Später   lieferte sie sich dann unter anderem am Renaissance-Theater in Charlottenburg, am Schauspielhaus Zürich und am Berliner Schillertheater dem strengen Blick des Live-Publikums aus.

Im deutschen TV war Schroeter zuletzt in den Serien „Freunde fürs Leben“,„Der Landarzt“ und „Notruf Hafenkante“ zu sehen. 

Am Ende führte Renate Schroeter ein zurückgezogenes Leben 

Doch im Jahr 2011 beendete Schroeter schließlich ihre aktive Schauspielkarriere und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Seitdem war es bereits merklich stiller geworden um die prominente Berlinerin, die sich in ihren letzten Lebensjahren lautInformationen der „Bild“ dem Reisen, sowie der Bildhauerei und Malerei widmen wollte. „Die Stoffe, die Frisuren, all das, was ich am Theater so geliebt habe, finde ich dort wieder“, erklärte Schroeter im Gespräch mit der Zeitung.

Mit weiteren Details zu ihrem Privatleben hielt sich die Schauspielerin zeit ihres Lebens bedeckt. Bekannt ist nur, dass Schroeter 23 Jahre lang in der Schweiz lebte und dort den verheirateten Jazz-Pianisten George Gruntz kennenlernte. Die beiden brachten ihre gemeinsame Tochter Philine zur Welt, die heute 39 Jahre alt ist. Zuletzt lebte Schroeter in ihrer Wahlheimat Frankfurt.

Friesland, Spreewald, Bad Tölz: Der TV-Tourismus boomt

Die Streifenpolizisten Süher Özlügül (Sophie Dal) und Jens Jensen (Florian Lukas) haben die Stadt Leer bekannt gemacht. Ein Rundgang zu den Drehorten wird gerade erarbeitet. Foto: Martin Valentin Menke/ZDF/dpa
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Christian Redl spielt Kommissar Thorsten Krüger im "Spreewaldkrimi". Wer sich die Drehorte ansehen will, kann sich einem geführten Rundgang durch Lübbenau anschließen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Christian Redl spielt Kommissar Thorsten Krüger im "Spreewaldkrimi". Wer sich die Drehorte ansehen will, kann sich einem geführten Rundgang durch Lübbenau anschließen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa © Patrick Pleul
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Der "Landarzt" wird seit Jahren nicht mehr in der Region Ostseefjord-Schlei gedreht. Die Stadtführung zur Serie in Kappeln ist aber heute noch gefragt. Foto: Angelika Warmuth/dpa
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dpa/sl

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