Germanen gegen Römer

Netflix-Serie „Barbaren“ zur legendären Varusschlacht: Warum wir heute noch die Folgen spüren

Am heutigen Freitag (23.10.2020) startet die neue Netflix-Serie „Barbaren“. Wir erklären die Hintergründe zur legendären Varusschlacht, um die es geht.

  • Die neue Netflix-Serie „Barbaren“ erzählt von der Varusschlacht zwischen den Römern und den Germanen.
  • Die Schlacht im Teutoburger Wald hatte weitreichende Folgen für das heutige Deutschland.
  • Einem vermeintlichen Helden ist das Hermannsdenkmal bei Detmold (Nordrhein-Westfalen) gewidmet.

Kassel – Die neue Serie „Barbaren“, die am heutigen Freitag (23.10.2020) auf Netflix anläuft, erzählt von der sogenannten Varusschlacht. Das legendäre Gefecht zwischen Römern und Germanen fand im Jahr 9 nach Christus statt und ereignete sich verschiedenen Theorien nach entweder in Ostwestfalen, Norddeutschland oder in den Niederlanden.

Ein kürzlich ausgegrabener„Jahrhundertfund“ im Osnabrücker Land in Niedersachsen legt allerdings nahe, dass sich die Schlacht im Teutoburger Wald* zugetragen haben könnte.

Netflix: Wo fand die Varusschlacht statt? Schlacht im Teutoburger Wald

Auf diese Theorie scheint man sich auch bei der Produktion der Netflix-Serie gestützt zu haben, da die Schlacht im Teutoburger Wald spielt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen der Cheruskerfürst Arminius sowie die Germanen Folkwin und Thusnelda. Die beiden Germanen machen es sich zum Ziel, der römischen Unterdrückung ein Ende zu bereiten.

Da die germanischen Stämme untereinander jedoch verfeindet sind, gestaltet sich dieses Unterfangen äußerst schwierig. Es gilt, alle Germanen unter einem Banner zu vereinen, ehe es zur befreienden Varusschlacht kommen kann.

Varusschlacht in „Barbaren“ im Teutoburger Wald: Darum geht‘s in der Netflix-Serie

Doch worum genau handelt es sich eigentlich bei der Varusschlacht und warum gilt das Gefecht als legendär? Ähnlich wie in der Netflix-Serie „Barbaren“ wollten die Germanen damals eine mehr als 200 Jahre lange Unterdrückungsherrschaft der Römer beenden, als diese versuchten, sich immer mehr Teile nahe des Rheins anzueignen.

Wie der Historiker Prof. Dr. Reinhard Wolters gegenüber Business Insider erklärt, versuchten die Römer mit einigen germanischen Stämmen zu kooperieren. Dadurch konnten sie praktisch durch die verbündeten Germanen über das Gebiet regieren. Erst die Schlacht im Teutoburger Wald setzte dieser indirekten Herrschaft ein Ende.

Varusschlacht im Teutoburger Wald: Die neue deutsche Netflix-Serie „Barbaren“ startet am 23.10.2020.

Varusschlacht bei Netflix: Germanen kooperierten mit Römern vor Schlacht im Teutoburger Wald

In diesen Gebieten lebten verschiedene Völker wie etwa die Cherusker, Chatten, Brukterer und Marser. Unter dem Überbegriff „Germanen“ fassten die Römer diese Stämme zusammen. Statthalter des römischen Kaisers am Rhein und römischer Befehlshaber war zu diesem Zeitpunkt Publius Quinctilius Varus, der später zum Namensgeber der Schlacht im Teutoburger Wald werden sollte.

Anfangs noch an dessen Seite steht Arminius, ein Fürst der Cherusker. Da der germanische Stamm mit den Römern verbündet war, wurde Arminius als römischer Soldat ausgebildet und genoss darüber hinaus eine lateinische Ausbildung. Obwohl er eng mit Oberbefehlshaber Varus vertraut war, so Prof. Dr. Wolters, entschloss sich der damals noch junge Mann vor der Varusschlacht, die Seiten zu wechseln und den Römern den Rücken zu kehren. Über den Grund können Historiker heute nur spekulieren.

Netflix-Serie im Teutoburger Wald: Welche Rolle spielte Arminius in der Varusschlacht?

Auch wie genau sich die Schlacht im Teutoburger Wald zugetragen hat, lässt sich heute nicht genau sagen. Römische Quellen berichten allerdings, dass die Legionäre aus dem Hinterhalt überfallen worden seien und so, trotz besserer Ausbildung und Bewaffnung, den gebietskundigen Germanen unterlagen. Starkes Unwetter und Regen sollen den Kampf zudem erschwert haben.

Welche Rolle Arminius schlussendlich bei der Varusschlacht spielte, ist ebenfalls ungewiss. Sicher ist aber, dass er Oberbefehlshaber der Germanen war, zu denen er noch auf dem Schlachtfeld gesprochen haben soll. Nach dem Gefecht, welches erst nach vier Tagen beendet gewesen sein soll, nahm sich Varus samt seinen höchsten Offizieren noch auf dem Schlachtfeld das Leben.

Netlix: Varusschlacht im Teutoburger Wald war verheerende Niederlage – mit Folgen

Die Varusschlacht gilt als eine der verheerendsten römischen Niederlagen und wurde von den römischen Schriftstellern sogar als „clades Variana“ („Varusniederlage“) bezeichnet. Dem vermeintlichen Helden Arminius ist das 1875 eingeweihte Hermannsdenkmal nahe der Stadt Detmold gewidmet.

Die Schlacht im Teutoburger Wald hatte auch für das heutige deutsche Gebiet fundamentale Folgen: Anders als jene Länder, die Teil des Römischen Reiches waren, wie etwa Frankreich und Belgien, hat sich hierzulande eine andere kulturelle und sprachliche Tradition entwickelt. (Nail Akkoyun) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Katalin Vermes

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