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Aufräumen mit Klischees: Drei Gründe, warum die Serie"Skylines" nicht nur für Hip-Hopper interessant ist

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Bei „Skylines“ spielen echte Rapper mit: Auch Nimo (vorn) hat eine Rolle in der Netflix-Serie, die sich um die Frankfurter HipHop-Szene dreht.

Drei Gründe, warum die Serie"Skylines" nicht nur für HipHopper interessant ist

Die in Frankfurt spielende Netflix-Serie „Skylines“ macht nicht nur mit überwiegend positiven Kritiken Schlagzeilen. Ein Frankfurter Musiklabel mit dem Namen „Skyline Records“ hatte kürzlich versucht, die weitere Ausstrahlung der im HipHop- und Drogenmilieu handelnden Serie gerichtlich zu stoppen – jedoch vergeblich. Das Frankfurter Landgericht hat jetzt entschieden, dass die Serie weiterlaufen darf.

Zwar wird die Handlung von Rapmusik und Protagonisten aus der HipHop-Szene dominiert. Doch auch Menschen, die sonst eher weniger mit Rap zu tun haben, sollten die Serie sehen. Drei Gründe, warum „Skylines“ nicht nur was für waschechte HipHopper ist:

Packende Bilder aus der Mainmetropole: Frankfurt im Zwielicht

„Skylines“ überzeugt vor allem mit packenden Bildern aus der Mainmetropole. Zwar monieren Kritiker, dass fast ausschließlich dunkle Ecken wie das Bahnhofsviertel in Szene gesetzt werden und die vielen schönen Gegenden Frankfurts zur kurz kommen. Doch die Serie bietet Bilder der Stadt, die man im Alltag eher weniger wahrnimmt. Beeindruckend sind auch die Kameraschwenks via Drohnenflug, die die glitzernden Fassaden der Wolkenkratzer einfangen. Frankfurt wirkt in diesen Momenten wie New York oder London.

Die Widersprüchlichkeit zwischen Dreck und Hochglanz, die in Frankfurt wie in keiner anderen deutschen Großstadt das Straßenbild prägt, wird in „Skylines“ perfekt eingefangen und trägt maßgeblich zur Authentizität bei.

Halbe deutsche Rap-Szene wirkt mit - Tolle Schauspieler

Ob Azzi Memo, Booz, Nimo oder Olexesh – nahezu die halbe deutsche Rapszene wirkt in der Serie mit. Die schauspielerischen Leistungen schwanken deutlich. Die große Überraschung aber ist der Frankfurter Rapper Azad, der zeigt, dass er auch als Schauspieler eine gute Figur abgibt. Neben den Profis wirken die Rapper jedoch meist ziemlich blass.

Der Nachwuchsschauspieler Edin Hasanovic (27, „Brüder“, „Familie Braun“) spielt eindrucksvoll die Hauptfigur der Serie, den Musikproduzenten Jinn. Tagsüber schlägt er sich irgendwie durch, wirkt blass, verloren und mit seinem Alltag überfordert. Die Nächte verbringt er damit, Beats zu programmieren. Dabei scheint er komplett aufzugehen und in eine andere Welt einzutauchen – ein Wechselspiel, das Hansanovic perfekt beherrscht.

Ebenfalls hervorragend besetzt ist die Rolle von Jinns Vater, die von „Tatort“-Star Richy Müller gespielt wird.

"Skylines" bietet authentische Figuren

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass in „Skylines“ weniger mit billigen Klischees aus dem Gangster- und Drogenmilieu gearbeitet wird, wie etwa noch in der anderen deutschen Netflix-Produktion „Dogs of Berlin“. Der Labelboss Kalifa (Murathan Muslu, 37, „Kuma“, „Der gute Bulle - Friss oder stirb“) wird hier nicht als Gucci-tragender Mafiapate oder skrupelloser Clanboss dargestellt, sondern durchaus auch als eine verletzliche Persönlichkeit.

Die Serie räumt dabei mit Schwarz-Weiß-Denkmustern auf. Denn Kalifa ist in erster Linie ein begabter Künstler und guter Geschäftsmann – so wie es im realen Leben bei vielen Rappern der Fall ist. Dass sie nicht nur ihre Tage damit verbringen, Koks zu ziehen, nackten Frauen beim Tanzen zuzuschauen oder mit Drogen zu dealen, wird in „Skylines“ mehr als deutlich.

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