Kein Account-Sharing mehr

Netflix plant radikale Veränderung: Das Abo-Teilen könnte bald bestraft werden

Netflix kämpft gegen das illegale Teilen von Abos und Accounts. Nutzer droht durch ein illegales Konto in Zukunft deshalb eine Strafe.

  • Bei Netflix teilen sich etliche Nutzer illegal einen Account
  • Dem Streamingdienst entgehen dadurch Millionen 
  • Netflix will hart gegen illegale Nutzer vorgehen

Offenbach – Netflix arbeitet an einer drastischen Veränderung. Der Streaming-Dienst will gegen Nutzer vorgehen, die ihren Account unerlaubt mit Freunden und Familie teilen. Es geht dabei um Millionen.

Netflix sagt Teilen von Accounts und Abos den Kampf an

In Bezug auf Netflix gehört es fast schon zum guten Ton, seinen Account mit Freunden oder der Familie zu teilen. Nicht immer ist das illegal, aber in den meisten Fällen durchaus. Deshalb dürften viele Nutzer geschockt sein über die Nachricht, dass der Streaming-Dienst an einer Lösung arbeitet, um diese illegale Nutzung zu bestrafen. Es ist sogar im Gespräch, dass Nutzer, die die Login-Daten von jemand anderem benutzen, ein eigenes Konto in Rechnung gestellt bekommen.

Nicht in jedem Fall ist die Kontoteilung bei Netflix illegal. Es gibt sogar Abomodelle, bei denen der Nutzer eigens dafür bezahlt. Denn grundsätzlich ist eine Teilung des Abos nicht untersagt, wie in den AGB steht. Das gilt aber nur für bestimmte Abomodelle unter festgelegten Voraussetzungen.

Netflix: In welchen Fällen das Teilen von Accounts erlaubt ist - in wann nicht

Bei Netflix gibt es drei Abo-Modelle: Basic (7,99 Euro), Standard (11,99 Euro) und Premium (15,99 Euro). Das Basic-Modell ist für Alleinstehende gedacht, hier ist ein Teilen des Abos untersagt. Anders sieht das beim Standard- und dem Premium-Modell aus. Hier erlaubt Netflix die Aboteilung, allerdings unter einer Bedingung: Die Personen müssen in einem Haushalt wohnen. Beim Standard-Abo bezahlt der Nutzer für zwei Zugänge, beim Premium-Abo sogar für vier.

Bei Netflix ist es jedoch nicht selten der Fall, dass die Nutzer sich ein Abo teilen, obwohl sie nicht in einem Haushalt wohnen. Das ist eigentlich illegal, wurde bisher aber nie von Netflix ernsthaft geahndet. Der Streaming-Dienst selbst hatte vor drei Jahren auf dieses Schlupfloch aufmerksam gemacht. Im März 2017 schickte Netflix einen Tweet um die Welt. Der Inhalt sorgte für viel Gesprächsstoff und war für viele Nutzer wohl der Freifahrtschein, seine Login-Daten mit anderen zu teilen. Netflix schrieb nämlich: „Love is sharing a password“.

Netflix: 35 Prozent der Nutzer teilen ihren Account

Eine Umfrage des Senders TV-Senders CNBC ergab, dass 35 Prozent regelmäßig ihren Netflix-Account teilen. Im Schnitt war es jeder zehnte, der den Streaming-Dienst auf diese Weise nutzt. Das führt dazu, dass die Abo-Zahlen bei Netflix stagnieren und dem Anbieter mehrere hundert Millionen Dollar entgehen.

Kein Wunder also, dass Netflix der unerlaubten Nutzung der Abos den Kampf ansagt. Dabei will der Streaming-Dienst nicht nur das unerlaubte Weitergeben von Passwörtern verhindern, sondern auch verhindern, dass Standard- und Premium-Abo von unterschiedlichen IP-Adressen benutzt werden. „Wir werden eine verbraucherfreundliche Lösung für dieses Problem finden“, erklärte Netflix-Produktchef Greg Peters.

Netflix: Software gegen illegales Teilen von Accounts und Abos – Müssen illegale Nutzer bald zahlen?

Wie Netflix das illegale Teilen von Account und Abo verhindern will, ist noch nicht bekannt. Der Musikdienst Spotify versucht zum Beispiel, über Stichproben sicherzustellen, dass Familien-Accounts auch nur von solchen benutzt werden.

Eine andere Möglichkeit für Netflix wäre, auf künstliche Intelligenz zu setzen, wie Techbook berichtet. Eine Software könnte dabei helfen, Nutzer, die illegal einen Account nutzen, zu identifizieren. Dazu gebraucht das Tool Nutzungsdaten wie Anmeldedaten, Ort und Uhrzeit. Die Software würde Netflix die Möglichkeit geben, Nutzern das illegale Konto in Rechnung zu stellen oder es ganz zu schließen.

Bei Netflix starten jeden Monat neue Serien und Filme. Auf welche Serien und Filme sich Nutzer von Netflix* Sie sich freuen können, berichtet op-online.de*. So startet im Juni bei Netflix u.a. „Tote Mädchen lügen nicht“ Staffel 4*. Zuvor ist schon „The Last Dance“ gestartet. Bei Netflix wird enthüllt, dass Michael Jordan vergiftet wurde.

Von Christian Weihrauch

*op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Alexander Heinl/dpa

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