"Klingt schon wie eine Krankheit"

Neue Popstars-Truppe: Viel Spott über Bandnamen

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Cem, Steffi, Alex und Alessio (v.l.) sind Melouria

München - Aus der Castingshow "Popstars" ist eine neue Retortenband hervorgegangen. Ob sie Erfolg haben wird? Die Quoten der Staffel waren mies, und prompt wird wegen des Namens über die Band gespottet.

Die Band heißt Melouria und ihre Mitglieder sind Alessio (21) und Cem (20), beide aus Stuttgart, sowie Alex (23) aus Heilbronn und Steffi (19) aus Ingolstadt. Die vier Bandmitglieder - drei Männer und eine Frau - wurden am Donnerstagabend in Berlin aus acht Finalisten ausgewählt. Die Entscheidung fiel teilweise durch die Jury und teilweise durch das Publikum. Die erste Single von Melouria heißt „How Do You Do?“.

Popstars: Die Sieger aller Staffeln und was aus ihnen geworden ist

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1. Staffel (2000): No Angels. Lucy, Vanessa, Nadja, Jessica und Sandy (v.l.) präsentieren stolz ihre erste CD "Elements". Das Quintett verkaufte bis zu seiner Auflösung im Jahr 2003 rund fünf Millionen Platten und ist die erfolgreichste deutsche Girlgroup aller Zeiten. © dpa
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2007 taten sich vier der Sängerinnen wieder zusammen. Die Single "Disappear" schaffte es zwar bis auf Platz 4 der deutschen Charts. Damit beim "Eurovision Song Contest" anzutreten, erwies sich jedoch als schlechte Idee: Die Girlgroup belegte den geteilten letzten Platz. Unterm Strich sind die No Angels dennoch die mit Abstand erfolgreichste Band, die die Sendung "Popstars" hervorgebracht hat. © dpa
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2. Staffel (2001): Bro'Sis. Gleich im Sommer schob RTL2 die zweite Staffel nach. Heraus kam die Band Bro'Sis, bestehend aus vier Sängern und zwei Sängerinnen (v.l. Faiz, Hila, Ross, Indira, Giovanni und Shaham). © dpa
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Die Band verkaufte immerhin rund 1,5 Millionen Singles und brach 2005 auseinander. Mehrere Mitglieder versuchten sich mit Solo-Karrieren - erfolglos. © dpa
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3. Staffel (2003): Overground und Preluders. Erstmals lief eine Popstars-Staffel bei ProSieben. Sie trug den Untertitel "Das Duell": Gleich zwei Bands wurden gecastet und sollten sich messen. Overground (Foto) gewannen den Kampf, waren jedoch verglichen mit den Vorgänger-Acts genauso erfolglos wie ... © dpa
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... die unterlegenen Preluders. Overground hatten mit "Schick mir 'nen Engel" ebenso einen Nummer-1-Hit wie die Preluders mit "You can get it". Die Mädels-Band löste sich 2006 offiziell auf, die Jungs haben auf unbestimmt eine Pause eingelegt und versuchen sich derzeit erfolglos an Solokarrieren. © dpa
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4. Staffel (2004): Nu Pagadi. Nach dem Flop der dritten Staffel musste für die vierte was Neues her: Die Band sollte auf Rock gebürstet werden und eine andere Zielgruppe bedienen als die klassischen Boy- und Girlbands. © dpa
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Wegen bandinterner Querelen ging der Schuss jedoch voll nach hinten los. Die Band veröffentlichte nur ein einziges Album. Doreen (2.v.r.) hielt es nur fünf Monate aus, die restliche Band läste sich ein halbes Jahr später auf. Vorher hatten sie immerhin gemeinsam den Nummer-1-Hit "Sweetest poison" mit der unvergesslichen Zeile "Ich bin Nitroglycerin, lösche Feuer mit Benzin". © dpa
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5. Staffel (2006): Monrose. Nach dem gescheiterten Gothic-Experiment sollte es mit der fünften Staffel zurück zu den Wurzeln gehen. Eine reine Mädelsband wurde gesucht, die an die Erfolge von No Angels anknüpfen sollte. Das Konzept ging mit Monrose auf. © dpa
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Mandy, Senna und Bahar (v.l.) sind noch heute "groß" im Geschäft: Alle sechs Singles schafften es in die deutschen Top Ten, auch "Strike the match" im Juni 2008. © dpa
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6. Staffel (2007): Eine neue Staffel, ein neues Konzept: Room2012 sollten mit Falsettgesang und smoothen Beats in die Fußstapfen von Justin Timberlake treten. Doch die Geschichte von Sascha (l-r), Julian, Cristobal und Tialda ist die des größten Flops der Popstars-Geschichte. © dpa
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Ihre drei Singles verstaubten in den Plattenregalen, schafften gerade mal die Chartpositionen 30, 10 und 52. Ob es überhaupt zu einer vierten Single kommt, ist unklar: Nach "Bravo"-Informationen läuft der Plattenvertrag der Band im Oktober aus. © dpa
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7. Staffel (2008): Victoria, Antonella, Gabriella und Leo gingen als Siegerinnen aus der letzten Staffel hervor. Nach dem Flop der Vorgängerband war diesmal wieder eine reine Mädchen-Combo gefragt. Name: Queensberry. © dpa
Queensberry
Doch das Quartett floppte. Obwohl die erste Single aus "No Smoke" und "I can't stop feeling" am 20. Februar 2009 als Doppel-A-Seite veröffentlicht wurde, wollte sie kaum jemand kaufen. Ein Charteinstieg auf Rang 23 ist angesichts der medialen Aufmerksamkeit eine Riesenenttäuschung. © dpa
8. Staffel (2009): An das Duo namens Some & Any, bestehend aus Vanessa und Leonardo, erinnern sich wohl nur noch echte Fans. Denn die Band gab's nicht sehr lange. © dpa
Das Duo löste sich nach weniger als einem Jahr wieder auf. Ihre erste Single landete auf Platz 16, ihr Album nur auf Rang 47. Immerhin: Kim Wilde nahm einen Song von ihnen neu auf. © dpa
9. Staffel (2010): "Girls forever" lautete das Motto dieser Staffel, die Siegerband LaVive sollte in die Fußstapfen von Monrose und No Angels treten, die ebenfalls reine Mädchenbands waren. © dpa
Da wurde dann aber nichts draus: LaVive wurden 2011 aufgelöst, auch sie schafften es mit Single (Platz 13) und Album (Platz 44) nicht an die Chartsspitzen. © dpa
10. Staffel (2012): Wenig schmeichelhaft - ProSieben verkürzte die Dauer der 10. Staffel, wohl auch wegen schwacher Quoten. © dpa
Die Siegerband hört auf den Namen Melouria © dpa

Der Name Melouria sorgt vielerorts für Kopfkratzen. Das Portal Zeitgeistnews bemühte sogar einen nicht näher benannten Altphilologen für die Erklärung. "Melouria ist ein reines Kunstwort wie Zalando", erklärt dieser. "Das hat weder etwas mit Melodie zu tun noch mit der Felseninsel Meloria vor der Küste der Toskana." Er vermutet vielmehr, dass einfach nur der Domain-Name noch frei gewesen sei.

Der Name erntet auch eine Menge Spott - schließlich verbindet ihn mancher zunächst mit "Malaria" und hält ihn für ein ähnlich mieses Wortspiel wie einst "Preluders" oder "Monrose", wie zwei der Vorgängerbands hießen. "'Melouria' klingt schon wie eine Krankheit", lästert wunschradio.de. "Flop-Name. Hab sofort an Malaria gedacht" und "Dann werd ich mir jetzt mal meine Malaria-Impfung holen", schreiben Zuschauer bei ioff.de.

Die zehnte „Popstars“-Staffel hatte mit besonders schwachen Einschaltquoten zu kämpfen. Ende August wurde bekannt, dass ProSieben diesen Durchgang mangels Zuschauern früher als geplant beendet. Die vorletzte Folge schalteten in der vergangenen Woche nur 1,3 Millionen Menschen ein. Lediglich 1,54 Millionen Zuschauer konnten sich schließlich fürs Finale begeistern. 

Das Format war im Jahr 2000 Deutschlands erste Castingshow gewesen. Erfolgreiche Bands, die dank der Sendung entstanden, waren No Angels, Bro'Sis und Monrose.

dpa/al.

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