Gespräche ohne Untertitel

Polizeiruf 110: Kontroverse um polnische Sätze in "Grenzgänger"

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Alles neu: Kommissarin Olga Lenski (Maria Simon, links) trifft im deutsch-polnischen Ermittlerteam auf Kommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz).

Der "Polizeiruf 110: Grenzgänger" spielt im deutsch-polnischen Grenzgebiet. Manche Sätze werden daher auf polnisch gesagt - aber nicht übersetzt. Wir werten aus, was die Netzgemeinde dazu sagt.

Zum ersten Mal hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) im „Polizeiruf 110“ seinen Blick aufs Nachbarland Polen ausgeweitet. Für den „Polizeiruf 110: Grenzgänger“ (2015) arbeitete der rbb mit dem polnischen Fernsehen Telewizja Polska (TVP) zusammen, das den Krimi am gleichen Abend sendete. In der deutschen Version wurden die Dialoge teils auf Polnisch geführt - ohne Untertitel. Das sorgte für Aufregung im Netz. Nutzer auf Twitter kommentierten:

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Michael M.: Wurde der #Polizeiruf abgesagt? Aber die Doku über die Grenzregion Frankfurt/Oder ist mal was anderes. Nutzer Aoife meinte: „Morgen fällt mein Polnischkurs aus, aber ich kann ja mit dem #Polizeiruf üben.“ Und Torsten M. beschwerte sich auf Facebook, es sei „eine unglaubliche Zumutung, eine Frechheit!“, Tati M. merkte an, „Lasst doch bitte alle deutsch reden, gern gebrochen, wir erkennen an der Uniform, wer ein Pole sein soll“ und Gaby E. schrieb: „(...) Ich lern doch nicht polnisch, um einen deutschen Krimi anschauen zu können!“

rbb-Pressesprecher Justus Demmer erklärte auf HNA-Anfrage, Grundgedanke der polnischen Sprachstücke sei gewesen, „die Geschichte mit den Augen und Ohren von Kommissarin Olga Lenski zu erzählen, die sich in einer ihr fremden Region zurechtfinden muss. Auch im realen Leben spricht mal jemand eine Sprache, die man nicht versteht.“ Die polnischen Sprachfetzen würden zur Atmosphäre beitragen, die in dieser Grenzregion herrscht. „Wir haben aber darauf geachtet, dass die Handlung dennoch nachvollziehbar bleibt“, so Demmer.

Inszeniert wurde der „Polizeiruf“ von Regisseur Jakob Ziemnicki, der selbst in Danzig geboren ist und polnisch spricht. Er sei „total happy“ mit diesem Auftrag gewesen, denn die grenzübergreifende Arbeit sei doch eher eine Seltenheit, erzählt er im ARD-Video. Die Dreharbeiten haben mit dem teils polnischen Ensemble auf der Landessprache stattgefunden. Auch Hauptdarstellerin Maria Simon bezeichnete im ARD-Interview die Dreharbeiten als Gewinn: „Die polnischen Kolleginnen und Kollegen sind großartige Schauspieler mit einer unglaublichen Tiefe.“

Einige Nutzer äußerten sich im Netz zufrieden. So schrieb Sabine G. auf Facebook: „(...) jeder, der über ein paar Fremdsprachenkenntnisse verfügt und sich auf die Handlung konzentriert, kann verstehen, worum es geht.“ Oliver R. „fand es richtig gut, dass (...) beide Sprachen gesprochen werden.“ 7,51 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 21,4 Prozent) schalteten am Sonntagabend ein.

So wurde der Polizeiruf bei Twitter kommentiert

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