Kritik zum ARD-Krimi

Polizeiruf 110 im Ersten: Starker Beginn, unerträgliches Ende

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Ermittelt künftig allein: Claudia Michelsen als Doreen Brasch.

Matthias Matschke ist als Hauptkommissar im MDR-"Polizeiruf 110" mit einem mäßigen Film ausgestiegen. "Mörderische Dorfgemeinschaft" hielt nicht, was der Anfang versprach, unsere Kritik.

Einmal drückte Doreen Brasch, die von Claudia Michelsen gespielte Magdeburger „Polizeiruf 110“-Kommissarin, in der Bäckerei ihre Finger gedankenverloren und selbstvergessen in einen Teig. Ein schöner, rarer Moment, in dem Regisseur Philipp Leinemann seinen Figuren Konturen verlieh, ohne dass zu viel geredet wurde.

Leider verspielte der von Drehbuchautorin Katrin Bühlig erdachte Krimi mit dem bereits allzu viel preisgebenden Titel „Mörderische Dorfgemeinschaft“ den starken Beginn. Es war zwar eine gute Idee, dem toten Jurij – einem fiesen Charmebolzen – Gestalt zu geben über die Schilderungen all der Dorfbewohner, die ihn vermissen (seine hochschwangere Verlobte) und die ihn verfluchen (ihr Vater; der Mann der Geliebten; der Bäcker-Freund, den er so schamlos ausnahm, wie sich Wespen über Pflaumenkuchen hermachen). 

Doch das schrecklich melodramatische Ende mit einem Showdown in der Dorfkneipe war dann kaum noch erträglich. Und unglaubwürdig: der Bäcker, der einfach so sein ganzes Geschäft an den falschen Freund überschreibt.

Für Braschs Kollege Dirk Köhler war es ein leiser Abschied. Schauspieler Matthias Matschke hatte seinen Ausstieg aus der MDR-Krimireihe verkündet. Man kann ihn verstehen.

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