"Polizeiruf"-Kritik: Märchenhafter Horror

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Auch der zweite Münchner "Polizeiruf" von Christian Petzold war ein Ereignis - vielleicht nicht für den typischen Sonntagabendkrimi-Fan, aber für alle Zuschauer, die das Kino lieben, findet Matthias Lohr.

Immer wenn ein Film von Christian Petzold im Fernsehen läuft, führen ihn seine Kinder an, wie der Regisseur uns gerade verraten hat. Sie sagen, sie seien nach 20 Minuten ausgestiegen. Dabei lieben sie die Filme ihres Vaters. Wer auf Mörderraten wie im Kölner „Tatort“ steht, wird „Wölfe“, Petzolds zweiten Münchner „Polizeiruf“, spätestens nach 20 Minuten abgeschaltet haben. Alle anderen werden dem Bayerischen Rundfunk dankbar sein, dass es Sonntagabends auch mal einen Kunstkrimi gibt.

Petzolds Film war eine Hommage ans Kino und die Märchen der Brüder Grimm. Man konnte Einflüsse aus alten US-Horrorfilmen wie „Der Schrecken vom Amazonas“ herauslesen. Es gab Schockmomente mit einem Werwolf. Manchmal war es so gespenstisch wie in Lars von Triers legendärer Serie „Geister“. Selbst dem uralten Mythos vom bösen und einsamen Wolf gewann Petzold etwas Neues ab. Und Burt Bacharachs auch schon etwas älteren Hit „Anyone Who Had A Heart“ wird man nun eine ganze Weile nicht mehr aus dem Kopf kriegen.

Matthias Brandt und Barbara Auer könnte man stundenlang beim Rauchen und Saufen zusehen. Einmal sagte Kommissar Hanns von Meuffels zur Kollegin Constanze Herrmann: „Ich will keinen Scheiß Urlaub. Ich will Filme gucken mit dir.“ Am besten eine Woche lang noch mal alles von Christian Petzold.

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