Ein reichlich konstruierter Spaß – ARD, 20.15 Uhr

Vorschau auf den Münster-"Tatort: Fangschuss": Professor im Jagdfieber

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Ist sie Thiels Tochter? Leila (Janina Fautz) stolpert selbstbewusst in das Leben des Münsteraner Kommissars.

Natürlich kabbeln sie sich wieder, was das Zeug hält – und lösen nebenbei auch noch einen Kriminalfall. Unsere Vorschau auf den Münster-Tatort.

Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl), die beliebtesten Ermittler im ARD„Tatort“, sind heute, 20.15 Uhr, an der Reihe.

Um was geht’s in der aktuellen Folge? 

Wie so oft, verquicken die Macher des Münsteraner Krimis alles mit allem. Diesmal geht es – unter anderem – um verunreinigtes Futtermittel, die schlimmen Folgen eines schweren Unfalls, einen alkoholabhängigen, aber hartnäckig recherchierenden Journalisten und ein Haarwuchswundermittel. Und um eine junge Frau, die behauptet, Thiels Tochter zu sein, und sich allzu auffällig für dessen Arbeit interessiert. Boerne, der sich ihr schnöselig als „Prof. Dr. Dr.“ vorstellt, kommentiert ihre auffällige Haarfarbe: „Haben Sie gerade Ihre blaue Periode?“

Und warum heißt der Fall „Fangschuss“? 

Natürlich wird am Ende geschossen. Aber der Titel bezieht sich auch auf Boernes plötzlich erwachte Jagdleidenschaft – Thiel foppt ihn mit der Frage, ob Golf nicht mehr exklusiv genug sei. Der sofort übertrieben zünftig ausgestattete Boerne büffelt also für den Jagdschein, und wie in dessen 31. Fall die Erfinder des Duos Thiel/Boerne, Stefan Cantz und Jan Hinter, und Regisseur Buddy Giovinazzi die Jäger darstellen, ist gnadenlos überzogen und klischeehaft. Aber sehr komisch, wenn Boerne über Muffelflecken, den „deutschen Stecher“, flüchtige Überläufer und die Losung vom Fuchs schwadroniert. Apropos: Die dubiose Jägerin Dr. Freytag (Jeanette Hain) formuliert, der Professor sei bei Kot eine Koryphäe, die Schießleistungen seien dürftig.

Liefern witzige Dialoge: Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl), Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers).

Beim Münster-Krimi stellt sich nicht die Frage, ob er spannend, sondern wie lustig er ist. Ist er das diesmal? 

Schlagfertigkeit und Situationskomik retten den reichlich überkonstruierten Film. In Erinnerung bleibt etwa Boernes Devise „Ideen braucht man, wenn die Fakten fehlen“. Und später zitiert er ein Volkslied: „Der liebste Platz, den ich auf Erden hab, Das ist die Rasenbank am Elterngrab.“ Herrlich skurril.

Die Kritik lesen Sie am Sonntagabend hier.

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