Proteste: Pro7 stoppt Sex-Show "50 pro Semester"

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ProSieben entschied, der Diskussion um die Serie “50 pro Semester“ erst einmal aus dem Weg zu gehen und das Format zu verschieben - obwohl man sich im Recht sieht.

München  - Die scharfer Kritik aus Kirche und Politik zeigen Wirkung: Der Privatsender Pro7 hat seine geplante Aufreißer-Sendung “50 pro Semester“ gestoppt.

Die ProSieben-Ankündigung der neuen Nachmittags-Dokusoap “50 pro Semester“ allein reichte, und es hagelte massiv Kritik: In der Schein-Dokumentation sollten vom 18. Januar an fünf Studenten darum wetteifern, wer 50 Frauen oder Männer in einem Semester ins Bett bekommt. “Peinlich“ und “menschenverachtend“ lautete das Urteil von Politikern, Kinderschützern, Medienexperten und Kirchen - obwohl sie noch keine Minute des Formats gesehen hatten. Mit soviel Gegenwind hatte ProSieben anscheinend nicht gerechnet. Nur wenige Stunden, nachdem die Kritik über die Medien laut wurde, reagierte der Münchner Sender: “Aufgrund der öffentlichen Diskussion“ werde das Programm auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, erklärte Sendersprecher Christoph Körfer am Donnerstag.

Dabei war nicht viel mehr passiert als vor Ausstrahlung der RTL- Reihe “Erwachsen auf Probe“ im Sommer. Damals hatte es große Aufregung um das Format gegeben, in dem Teenager fremde Babys und Kinder versorgen mussten, um sich als Eltern zu testen. Eine Allianz aus Kinder- und Medienschützern, Politikern und besorgten Bürgern kritisierte, Babys und Kleinkinder würden zu kommerziellen Zwecken Stress ausgesetzt. Sie versuchten, die Sendung mit Klagen, Strafanzeigen und Beschwerden zu stoppen - ohne Erfolg. Für RTL bedeutete dies auch viel Werbung für das Format - entsprechend überdurchschnittlich waren die Quoten der ersten Sendungen.

„Geist ist geil“: Die heißesten Studentinnen

Von wegen brav und strebsam! Im Fotokalender „Geist ist geil“ präsentieren sich die Studentinnen der TU Dresden freizügig wie nie. © Toni Kretschmer
Ob sich der Medizin-Professor bei diesem Anblick noch auf seine Vorlesung konzentrieren kann? © Toni Kretschmer
Gerade in Lernphasen ist die Uni für viele Studenten die Hölle. Wobei es sich mit diesem heißen Teufelchen bestimmt schön schmoren lässt... © Toni Kretschmer
Endlos-Beine, sexy Kurven: Die Dresdner Studentinnen können zeigen, was sie haben! © Toni Kretschmer
Natürlich kommt auch der Praxisunterricht nicht zu kurz. Wer will dieser süßen Maus das Golfen beibringen? © Toni Kretschmer
Den Mai ziert dieses sexy Früchtchen im Hochschulgarten. © Toni Kretschmer
Normalerweise sind die Damen natürlich züchtiger gekleidet... © Toni Kretschmer
Aber heute machen sie da mal eine Ausnahme. © Toni Kretschmer
Und nicht mal der Regen kann sie davon abhalten. © Toni Kretschmer
Zwei heiße Geräte auf einem Bild. © Toni Kretschmer
Medizin-Grundkurs I: Die Anatomie dieser Studentin würden wohl viele Männer gerne untersuchen. © Toni Kretschmer
Bei der Menge an Lernstoff kann einem schon mal heiß werden. Verständlich, dass die Dame abgelegt hat. © Toni Kretschmer
Für den Kalender wurden aber nicht nur die Studentinnen abgelichtet... © Toni Kretschmer
... auch die Herren haben blank gezogen. Der Kalender ist doppelseitig zum Wenden. So ist für jeden Geschmack das Richtige dabei! © Toni Kretschmer
Auch hier geht es schon im Januar ziemlich heiß her. © Toni Kretschmer
Wobei der Februar auch nicht zu vernachlässigen ist. © Toni Kretschmer
Was dieser junge Herr mit offener Hose und Gummihandschuhen in der Küche vorhat, bleibt allerdings unbeantwortet. © Toni Kretschmer
Studenten haben bekanntlich kein Geld für ein eigenes Auto. Deshalb muss dieses knackige Exemplar mit dem Bus vorliebnehmen. © Toni Kretschmer
Die Fotos wurden in unterschiedlichen Locations aufgenommen. Fotograf Toni Kretschmer legt Wert auf Authentizität. © Toni Kretschmer
Von wegen Studentenfutter! Dieser Herr zeigt, wie lecker das Essen in der Mensa aussehen kann. © Ton iKretschmer
Sportstudenten gelten als besonders sexy. Zu Recht, wie diese Aufnahme beweist. © Toni Kretschmer
Und wieder zurück im Bus. © Toni Kretschmer
Herr Doktor, bitte in den OP! Der Patient ist aus der Narkose erwacht! © Toni Kretschmer
Da sag nochmal einer, dass Mathematik nicht sexy ist. © Toni Kretschmer
Manche Damen stehen allerdings eher auf handwerkliches Geschick. © Toni Kretschmer
Mit diesem knackigen Dezember-Boy schließt sich unsere Fotostrecke. © Toni Kretschmer

ProSieben hingegen entschied, der Diskussion erst einmal aus dem Weg zu gehen und das Format zu verschieben - obwohl man sich eigentlich im Recht sieht. “Wir reden hier von einer Soap mit jungen Menschen, welche Spaß am Leben, an der Liebe und selbstverständlich auch am Sex haben“, sagte Körfer. So etwas dürfe auch am Nachmittag im TV thematisiert werden. Außerdem betreue die Abteilung “Jugendschutz und Programmberatung“ das Projekt, “hier finden alle jugendschutzrelevanten Aspekte Beachtung und somit ist auch gewährleistet, dass sowohl medienrechtliche Vorschriften als auch Ethik und Moral sich hier widerspiegeln“.

Darüber hinaus handelt es sich bei “50 pro Semester“ nicht um eine Dokumentation mit realen Personen, sondern um eine “Scripted Reality“, also eine erfundene Geschichte mit Schauspielern. Aber ob das den Zuschauern nachmittags um 16.00 Uhr immer bewusst ist?

Auf jeden Fall traf die Kritik der Moralwächter ProSieben wie ein Hammerschlag: “Es ist eine verheerende Botschaft an alle Zuschauer, wenn Frauen und Männer in einer Art moderner “Kopfgeldjagd“ zu Sexobjekten degradiert werden“, sagte Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) der “Passauer Neuen Presse“. Sie drohte rechtliche Schritte an: “Jeder, der bei uns Lizenzen verliehen bekommt, hat damit auch eine bestimmte Verantwortung übertragen bekommen. Gegen diese wird bei einem solchen Format grob verstoßen.“

Der katholische Weihbischof des Erzbistums Hamburg, Hans Jochen Jaschke, sagte den “Lübecker Nachrichten“: “Ich protestiere gegen die Erniedrigung und den Missbrauch menschlicher Gefühle in dieser TV- Show. Hier verkommen Liebe und Sex zu pubertären machohaften Spielchen.“ Die evangelische Bischöfin Maria Jepsen aus Hamburg kommentierte: “Es ist peinlich, wenn Sender auf diese Weise versuchen wollen, die Einschaltquote zu steigern.“ Nach Meinung der Landesvorsitzenden des Kinderschutzbundes in Kiel, Irene Johns, ist das Konzept “menschenverachtend“.

Wie geht es nun mit dem Format weiter? Die Produktion der Sendung habe erst am Montag begonnen, hieß es. Möglicherweise wird diese nun erst einmal gestoppt. Möglicherweise klopfen die Verantwortlichen das Format noch einmal auf Jugendschutzaspekte hin ab und entschärfen es. Vom Sender gab es dazu am Donnerstag keine Details.

dpa

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