Mögliche Lösungen

ESC auf dem Prüfstand: So bleibt uns noch ein Debakel erspart

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Landete in diesem Jahr auf dem letzten Platz: Die 18-jährige Jamie-Lee Kriewitz holte nur elf Punkte für Deutschland. 

Lena war eine Erleichterung für Deutschland. Immerhin hatte es nach Nicole 28 Jahre gebraucht, bis der hiesige Kandidat mal wieder den Sieg beim Eurovision Song Contest holte.

Doch nach Roman Lob (Achter, 2012) fällt die deutsche Bilanz wieder äußerst ernüchternd aus: Cascada, Elaiza, Ann Sophie sowie Jamie-Lee Kriewitz landeten allesamt auf den hinteren Rängen. Mit Jamie-Lee ist Deutschland nun sogar zum zweiten Mal hintereinander Schlusslicht. Wir haben Lösungen gesucht, wie uns ein weiteres Debakel erspart bleiben könnte.

Auswahlverfahren

Platz 21: Wenig Erfolg hatte 2013 auch Cascada.

Das Herumgeeiere des verantwortlichen NDR zeigte, in welch kniffliger Situation man beim deutschen ESC-Team ist. Eigentlich wollten die Verantwortlichen selbst einen Kandidaten auswählen. Der gekürte Xavier Naidoo sorgte aber für so viel Protest, dass man zurückruderte und doch wieder ein Zuschauervotum machte. Das scheint, wie auch die Vorjahre zeigten, jedoch der falsche Weg. Denn: Das Publikum findet nicht automatisch die besten Kandidaten für diese Show. Expertenwahl eindeutig bevorzugt. Andererseits küren die erfolgreichen Schweden ihren Kandidaten Jahr für Jahr beim „Melodifestivalen“ - früher per Jury, nun aber von den Zuschauern.

Performance auf der Bühne

Kaum punktete der schwedische Kandidat Måns Zelmerlöw im vergangenen Jahr mit eindrucksvollen Videoeffekten, fuhren diesmal etliche Kandidaten aufwendige Installationen auf, was auch ihnen eine gute Platzierung brachte. Das zeigt: Wer beim ESC punkten will, braucht mittlerweile mehr als nur eine gute Stimme. An einer auffälligen Show fehlte es den deutschen Kandidaten zuletzt. Sie gingen zu sehr unter in dem opulenten Wettbewerb. An der Performance sollte in der Vorbereitung mindestens genauso viel gefeilt werden wie am Gesang.

ESC-Pause einlegen?

Null Punkte: Im vergangenen Jahr kam Ann Sophie weder beim Publikum noch bei der Jury gut an. Ihr Song hieß „Black Smoke“.

Österreich hat es gemacht, Italien auch und die Türkei tut es im Moment: Sie haben eine ESC-Pause eingelegt. Österreich etwa nahm wegen schlechter Erfolgschancen schon häufiger freiwillig nicht teil. Deutschland könnte es den Nachbarn nun also durchaus gleichtun - das forderten zumindest viele lautstark nach dem erneut schlechten Abschneiden in diesem Jahr.

Vielleicht würde ein Verzicht auf die Teilnahme wirklich helfen, damit sich die deutsche Musiklandschaft einmal sammeln und dann in einigen Jahren einen Neustart wagen kann. Allerdings würde das den ESC in ernsthafte Probleme stürzen. Als sich Deutschland 1996 nicht für das Finale qualifizierte, beschwerten sich die Sponsoren über die deutlich geringere Einschaltquote - immerhin schauen hierzulande rund neun Millionen Menschen zu. Seitdem gibt es die „Big Five“, die für das Finale gesetzt sind und zu denen auch Deutschland gehört. Bevor der ganze Wettbewerb in Gefahr gebracht werden würde, ist es immer noch besser, wenn wir über das schlechte Abschneiden meckern.

Komplizierte Punktevergabe

Es ist aber die Frage, ob der ESC in der heutigen Form überhaupt noch eine Zukunft hat. Der Wettbewerb lebt ja seit jeher nicht nur von der Musik und der Show, sondern auch vom Ritual der Punktevergabe. „Twelve Points“ und die Schalten in die Teilnehmerländer sind Markenzeichen. Beim Finale in Schweden wurden jedoch nur die Jury-Ergebnisse auf diese Weise bekannt gegeben - sogar nur die Höchstpunktzahl. Die Zuschauerstimmen wurden später verlesen und irgendwie addiert. So sollte alles spannender werden. Am Ende verstand aber eigentlich niemand, wie das Ergebnis zustande gekommen war. So macht sich der ESC selbst kaputt.

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