Sie jagen erneut Aliens

Scully und Mulder decken bei „Akte X“ wieder Verschwörungen auf

Älter und vielleicht ein kleines bisschen weiser: Zusammen mit Direktor Skinner (Mitch Pileggi, von links) ermitteln Fox Mulder (David Duchovny) und Dana Scully (Gillian Anderson) wieder. Auch der „Rauchende Mann“ (William B. Davis) hat Gastauftritte. Foto: obs/Pro7

Die Wahrheit ist immer noch irgendwo da draußen – und Dana Scully (Gillian Anderson) und Fox Mulder (David Duchovny) suchen nach ihr.

Auf einer Welle von Nostalgie schwappt die Science-Fiction-Serie „Akte X“ wieder über den Großen Teich auf die deutschen Bildschirme.

Ab dem heutigen Montag zeigt Pro7 sechs neue Folgen der Kultserie immer montags um 21.10 Uhr.„Akte X“ ist eine Serie mit viel Geschichte, und das merkt man der ersten Folge nach 13 Jahren Sendepause auch an.

„Der Kampf“ beginnt mit der Stimme von Mulder. Für alle, die neu dabei sind, fasst er kurz die Handlung der Serie zusammen – so kurz das eben geht, wenn eine Sendung über neun Staffeln im Fernsehen läuft. Mulder erklärt, wie seine Schwester von Aliens entführt wurde, wie er die X-Akten zum ersten Mal öffnete, wie er seine Partnerin Scully kennenlernte und was die Regierung so alles unternahm, um zu verschleiern, dass die Außerirdischen unter uns leben.

Szene zwei ist eine Rückblende zu einem Ereignis, das seit Jahrzehnten die Fantasie der Menschen beflügelt: zum vermeintlichen Ufo-Absturz in Roswell 1947. Und dann geht es erst richtig los, mit einem Anruf von Skinner (Mitch Pileggi), der noch immer Co-Direktor des FBI ist, und mit einer konservativen TV-Persönlichkeit (Joel McHale, ziemlich fehlbesetzt), die eine Verschwörung aufdecken will. Nur sind es dieses Mal nicht Außerirdische oder Monster, die die Menschheit auslöschen wollen, sondern es ist die Regierung.

Die Premiere muss viel leisten: Den Grundstein für eine neue Verschwörung legen, das Gedächtnis des Zuschauers anregen, Scully und Mulder wieder zusammenbringen und dabei noch unterhalten. Das funktioniert nur bedingt, auch wenn sich Duchovny und Anderson erfolgreich bemühen, ihren Figuren und der Handlung Leben einzuhauchen.

Aber es lohnt sich, weiter zu zuschauen. Die berühmtesten und verstörendsten Folgen der Serie waren schon immer die, die auch als Einzelfälle funktionierten. Das tun Folge zwei und drei, die in den USA bereits gelaufen sind und von den Kritikern sehr gelobt wurden. Und das auch ohne die rosarote Brille der Nostalgie auf der Nase.

Ein geliebtes Relikt 

Denn „Akte X“ lebt auch ganz klar von der Sentimentalität der Fans. Denen werden so einige Schmankerl aus der Vergangenheit präsentiert. Die Frage ist, ob die Serie es schafft, neue Zuschauer anzulocken. Gestartet 1993 in den USA, fühlt sich „Akte X“ manchmal wie ein Relikt von damals an.

Viele der Ideen, die als unterhaltsame Fantasien von Serienschöpfer Chris Carter abgetan wurden, werden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 durchaus ernstgenommen. Theorien, bei denen es um die Vertuschungsversuche des Establishments in Washington geht, werden sogar im aktuellen Präsidentschaftswahlkampf in den USA ein wenig augenzwinkernd präsentiert. Das ist erschreckender als jede Alieninvasion.

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