Filmkritik und Trailer

„Shut In“: Grob gezimmert

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Welches Geheimnis trägt Tom (Jacob Tremblay) mit sich? Mary (Naomi Watts) kümmert sich um den Buben.

Die verwitwete Kinderpsychologin Mary (Naomi Watts) lebt völlig zurückgezogen in einem großen alten Haus, irgendwo in Neuengland.

Bei ihr wohnt nur noch der mittlerweile erwachsene Stiefsohn Stephen, seit einem Autounfall querschnittsgelähmt und von Mary aufopferungsvoll gepflegt.

Eine seltsame Melange aus Trauer und Frustration liegt in „Shut In“ über allem. Als halbwegs erfahrener Kinogänger ahnt man schnell, dass es in dem abgelegenen Anwesen bald unheimlich zugehen wird. Wie man überhaupt alles leider sehr schnell ahnt in diesem vielversprechend beginnenden Psychodrama, das zunehmend zum 08/15-Thriller mutiert. Mit einem Schlag häufen sich merkwürdige Vorkommnisse. Ein Bub, von Mary therapiert, verschwindet plötzlich. Im Haus verrücken sich Möbelstücke von allein, es knarzt und ächzt und knackt, der Schneesturm heult ums Gebäude, und ein Stromausfall sorgt schließlich für die genreübliche Überleitung zum Finale: Das gemütliche Heim wird zum Spukschloss.

Doch gerade die Momente, mit denen Regisseur Farren Blackburn zunehmend Grauen erzeugen möchte, sind abgedroschen und längst bekannt. Der Reiz des verheißungsvollen Filmbeginns, der clever mit der Realität sowie Albträumen und Wahnvorstellungen der Figuren spielt, verblasst zugunsten eines solide, aber grob gezimmerten Psychothrillers.

Ulrike Frick

„Shut In“

mit Naomi Watts, Jacob Tremblay, Oliver Platt Regie: Farren Blackburn Laufzeit: 90 Minuten

Annehmbar (((;;

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Die Hand an der Wiege“ mochten.

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