Offenbach in der Wetterau

Kritik am Hanauer Tatort „Angriff auf Wache 08“: Augsburger Puppenkiste lädt Til Schweiger ein

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Und wieder ist jemand tot: Murot beim Einsatz in den Ray Barracks.

Der Tatort „Angriff auf Wache 08“ polarisierte. Til Schweiger gefiel er nicht. Ein bissiger Vergleich brachte ihn nun ein ungewöhnliches Angebot ein. 

Update vom Mittwoch, 23. Oktober,11:26 Uhr: Die Augsburger Puppenkiste hat Schauspieler Til Schweiger eingeladen, sich persönlich von der Qualität des bekannten Marionettentheaters zu überzeugen. Hintergrund ist Schweigers Verriss des letzten „Tatort“-Krimis. 

Klaus Marschall, der in der dritten Generation die Puppenkiste leitet, sagte der „Augsburger Allgemeinen“: „Wenn Til Schweiger sich immer noch an die Fernsehfilme der Augsburger Puppenkiste erinnert, finden wir das sehr positiv.“ Er bot an: „Ich lade Til Schweiger zur Vorstellung ein“. Dann könne der 55-Jährige sich persönlich von der Qualität des Puppenspiels ein Bild machen. 

Als Marionettensprecher sind die Augsburger an Schweiger allerdings nicht interessiert: „Wir kennen Til Schweiger“, sagte Marschall der Zeitung. „Nuscheln ist sein Markenzeichen. Ob das für unsere Figuren zuträglich wäre?“ Theaterchef Marschall nimmt die Facebook-Äußerungen auf jeden Fall als Kompliment. Er gehe davon aus, dass Schweiger wisse, wovon er rede: „Vom Alter her passt er gut hinein in die Generation, die mit der Augsburger Puppenkiste aufgewachsen ist.“ (dpa/tom)

Update vom Montag, 21. Oktober, 12:19 Uhr: Til Schweiger, der sich als „Tatort“-Kommissar Nick Tschiller gelegentlich durch Hamburg ballert, ist vom jüngsten Hessen-„Tatort“ mit dem Titel „Angriff auf Wache 08“ gar nicht begeistert. Auf Facebook kommentierte der 55-Jährige den Fall seines Kollegen Ulrich Tukur mit bissigen Worten: „Jede Folge der Augsburger Puppenkiste war glaubwürdiger, besser gespielt und vor allem spannender!“ 

Erstmeldung vom 21. Oktober, 9:37 Uhr: Nun hat also auch Offenbach seinen „Tatort“. Zumindest sollen große Teile der Handlung der Felix-Murot-Folge „Angriff auf Wache 08“ in der Stadt spielen. In Wahrheit ist alles ganz anders, wie unser Faktencheck zeigt. Wobei Fakten und Kommissar Murot – so ganz passt das ja nicht zusammen. Sagen wir also lieber: Wir beantworten Fragen zum gestrigen „Tatort“.

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Wurde denn tatsächlich in Offenbach gedreht?
Ja, aber nur zu einem kleinen Teil. Einzelne Straßenszenen spielen tatsächlich in Offenbach. Die „Wache 08“, die angegriffen wird, steht in den einstigen Ray Barracks in Friedberg, einem Kasernengelände der US-Army. Ebenfalls auf einem früheren Militärgelände wurde die Schießerei am Eiswagen gedreht: in der Pioneer-Kaserne in Hanau. Die Flucht gelingt Murot und einigen seiner Mitstreiter durch die Kanalisation von Maintal, einzelne Aufnahmen entstanden auch im Klärwerk von Hanau. Und Bilder gibt es auch aus Frankfurt: Zu Beginn ist die Untermainbrücke zu sehen, und das Schießen übt Murots Assistentin im Schützenverein Diana in Bergen-Enkheim.



Der verrückte Radiomoderator spricht mehrfach von „O-Town“. Gibt es irgendeinen Menschen, der diesen Begriff für Offenbach verwendet?
„Mir ist noch niemand begegnet“, sagt dazu FR-Korrespondent Fabian Scheuermann, ein intimer Kenner der Stadt. Aber Moment, nicht so schnell. Auf Facebook findet sich immerhin ein Bild vom Offenbacher Bahnhof mit der Unterschrift „Willkommen in O-Town“. Und im Sheraton am Büsing Palais gibt es in der Bar eine „O-Town Lemonade“ (ebenso wie einen „Hessisch Mojito“)

Im Abspann taucht der Name Jimmy Hartwig auf. Ist das wirklich der großartige Fußballer aus Offenbach?
In der Tat. Jimmy Hartwig, der in Offenbach geboren wurde und unter anderem für den Hamburger SV und den 1. FC Köln mehr als 200 Bundesligaspiele bestritt, ist mittlerweile Schauspieler. Im „Tatort“* hat er eine Sprechrolle. Als Polizeisprecher weist er in einem Radiointerview sämtliche Vorwürfe gegen die Polizei zurück – in breitestem Hessisch.

Immer wieder geht es im „Tatort“ um eine Sonnenfinsternis. Wann ist denn mal wieder eine?
Am 10. Juni 2021. Die bisher letzte Sonnenfinsternis gab es am 20. März 2015.

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Von Georg Leppert

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