Tatort im Ersten (ARD)

Tatort: Impro-Krimi zwischen Psycho-Geschiss und Kindergeburtstag

Musste einen Mörder unter seinen Kollegen suchen: Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) in "Das Team".
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Musste einen Mörder unter seinen Kollegen suchen: Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) in "Das Team".

Das "Tatort"-Jahr begann mit einem Impro-Krimi. Trotz vieler Stars scheiterte "Das Team" grandios. Auch Ausnahmedarsteller können ein Drehbuch nicht ersetzen, meint unser Kritiker.

Selten haben einem "Tatort"-Figuren so sehr aus der Seele gesprochen wie im Tatort "Das Team" an Neujahr (1.1.2020) um 20.15 Uhr im Ersten (ARD). 

Der eine Kommissar kritisierte das, was sich in der WDR-Folge abspielte, als "komischen Kindergeburtstag", der andere mokierte sich über das "Emotions-Psycho-Geschiss", und Friedrich Mücke fragte als Sascha Ziesing: "Wie lang geht das denn noch?". Da war für den Zuschauer aber gerade die Hälfte geschafft.

Tatort an Neujahr: "Psycho-Geschiss" 

Für "Das Team" über eine Mordserie an Polizisten verzichtete Regisseur und Autor Jan Georg Schütte auf ein Drehbuch und ließ einige der besten deutschen Schauspieler vor der Kamera improvisieren. Das Experiment war gewagt und ist grandios gescheitert.

Tatort an Neujahr: Dialoge klingen etwas nach Schultheater

Schon vor der Ausstrahlung hatte Darstellerin Anna Schudt den bezeichnenden Satz gesagt: "Als Ermittler ist es schon gut, wenn uns jemand ein paar kluge Sätze schreibt." Wenn die fehlen wie in "Das Team", hören sich die Dialoge nach Schultheater an. 

Entweder wurde zu viel gequatscht oder nur Belangloses, oft auch beides. Das Können der Ausnahmedarsteller, die vor dem Dreh kaum etwas erfahren hatten, was sie erwartete, wurde hier verschwendet.

Tatort im Ersten: Am Ende hatte man Mitleid mit den Schauspielern

Am Ende hatte man als Zuschauer nicht nur Mitleid mit Nicholas Ofczarek und all den anderen. Man fragte sich auch, wie sich die "Tatort"-Welt weiterdrehen soll. Eine Figur starb völlig überraschend. Trotzdem wird man sie im Frühjahr wiedersehen. Beim WDR verspricht man: "Es wird keinen logischen Fehler geben."

Hier gibts die TV-Kritik zum Tatort aus Hamburg.

Dieser "Tatort" aus dem Schwarzwald wird für Gesprächsstoff sorgen: In „Ich hab im Traum geweinet“ (ARD, 23.02.2020) wird Sex gezeigt, wie man ihn zur besten Sendezeit selten sieht. Muss das sein?

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