Die blöden Dialoge möchte man lieber nicht verstehen

Schweizer "Tatort": Wie gut, dass Luzern bald geschafft ist

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Die Ermittler Liz Ritschard (Delia Meyer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser).

Der "Tatort" aus Luzern war fast immer ein großes Missverständnis. Auch die vorletzte Folge war ein Meisterwerk der Langeweile. Wie gut, dass es bald vorbei ist, meint unser Kritiker.

Das Hauptproblem des Luzerner „Tatorts“ war immer, dass Kommissar Reto Flückiger viel zu normal ist. Krimi-Fans lieben durchgeknallte Typen wie den Dortmunder Faber. Mittlerweile glaubt selbst Hauptdarsteller Stefan Gubser, der George Clooney aus der Schweiz, dass Flückigers Kantenlosigkeit zum vorzeitigen Aus des Ermittler-Duos beigetragen hat.

Das Hauptproblem der 16. und vorletzten Folge „Ausgezählt“ war, dass die Geschichte viel zu unnormal war. Eine tote und gedopte Boxerin, ein Klischee eines fiesen Sportmanagers, eine entführte Spitzensportlerin, die vor laufender Kamera fast verdurstet, ein Ex-Polizist, der für seinen Bruder und seine Nichte in den Knast geht, und eine Kommissarin Liz Ritschard (Delia Meyer), die Unterschriften fälscht – geht’s noch?

Falls man da den Überblick behielt, war der von Drehbuchautor Urs Bühler erdachte und von Regisseurin Katalin Gödrös inszenierte Wettlauf gegen die Zeit halbwegs spannend. Manchmal wünschte man sich aber, man würde nicht die synchronisierte deutsche Fassung sehen, sondern das Schwyzerdütsch-Original, das nur in der Schweiz läuft. Dann hätte man die vielen überflüssigen und unfreiwillig komischen Dialoge nicht verstanden.

„Ausgezählt“ bewies einmal mehr, dass der Luzerner „Tatort“ nicht nur angezählt, sondern bald auch auserzählt ist.

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