Tatort-Kritik: Abriss, bitte!

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Kann einem leidtun: Kommissar Eisner (Harald Krassnitzer), hier neben Kollege Pfurtscheller (Alexander Mitterer, r.)

Tirol - Wird ein toter Bauunternehmer bei der Beerdigung als Wohltäter gerühmt, dann ahnt der Zuschauer schon, dass der Mann in Wirklichkeit ein großer Tunichtgut war.

Und so ist es auch in diesem vorhersehbaren „Tatort“ (ARD) aus Tirol, dessen Autor Felix Mitterer das Drehbuch offenbar in allergrößter Eile hochgezogen und dabei alles verbaut hat, was sich an Fertigteilen finden ließ.

Da gibt es die junge Witwe und den aalglatten Sohn, die um das Erbe streiten, den bösen Subunternehmer, der Arbeiter ausbeutete, die abservierte erste Frau des Ermordeten. Ferner gibt es den durch die starke Hand des Patriarchen aus dem Job gedrängten Journalisten, der Gerechtigkeit wollte und darüber zum Mörder wurde. Und weil sie sozusagen billig zu haben waren, mörtelte Mitterer in „Lohn der Arbeit“ (Regie: Erich Hörtnagl) noch ein paar beamtete Narren hinein.

Das Ergebnis ist ein bei der Erstausstrahlung bereits baufälliger Krimi, der wohl sozialkritisch sein will, jedoch nicht mehr ist als eine platte Parodie. Harald Krassnitzer in der Rolle des Chefinspektors Moritz Eisner kann einem wirklich leidtun, nicht nur, weil er (was für ein sprechendes Bild!) auf Krücken durch diesen Fall hatscht, sondern weil er offenbar der Einzige ist, der einen „echten“ Menschen spielen darf unter lauter Karikaturen – einschließlich seines Mitarbeiters Pfurtscheller (Alexander Mitterer).

Leidtun können einem aber auch alle (ausländischen) Schwarzarbeiter in der Realität, deren Not für einen solchen Film schamlos ausgeschlachtet wird. Abriss, bitte!

Rudolf Ogiermann

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