Tatort: Der 1001. war intensiv und fesselnd

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Traurig: Ulrich Tukur als Felix Murot.

Im 1001. "Tatort" wird der Täter nach wenigen Minuten geschnappt. Trotzdem blieb "Es lebe der Tod" spannend, wie unser Kritikerin Maja Yüce findet.

Wer auf dem Sofa liegend mitraten wollte, wer der Täter ist, hätte nach 15 Minuten abschalten können. Wer das tat, verpasste einen fesselnden und intensiven „Tatort“. Schnell ging der Serienkiller (Jens Harzer) Kommissar Felix Murot (Ulrich Tukur) ins Netz. Doch dann begann das Psychoduell zwischen dem Wiesbadener LKA-Ermittler und dem Mörder in „Es lebe der Tod“.

Ein dickes Paket haben Sebastian Maka (Regie) und Erol Yesilkaya (Buch) geschnürt. Dabei ging es um nicht weniger als diese Fragen: Was hält uns am Leben? Erlöst ein selbst ernannter Todesengel offenbar lebensmüden Menschen?

Es war bedrückend, den Gedanken des Killers zu folgen und beklemmend für einen Moment Verständnis für den schaurig-sanften Täter zu haben. Einen Mann, den Harzer trotz großer Präsenz fast unscheinbar wirken ließ. Spätestens als er letztlich den angeblich lebensmüden Murot dazu brachte, sich die Pulsadern aufzuschneiden, gab es Antworten. 

Das tolle, verletzliche und feinsinnige Spiel von Tukur zeigte, dass selbst in den tieftraurigsten und einsamsten Menschen Hoffnung keimen kann. Und: Mörder sind niemals Menschenfreunde, es geht ihnen schlicht um ihre grausigen Bedürfnisse. Sehr spannend - auch, wenn man nicht mitraten konnte.

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