Tatort-Kritik: Die Frage nach der Verantwortung

+
Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen)

Bremen - Ein heißes Eisen packt Regisseur Florian Baxmeyer in seinem Bremer „Tatort“ mit dem Titel „Der illegale Tod“ (ARD) an: Lesen Sie hier unsere Tatort-Kritik:

Unrechtmäßige Einwanderung und die Frage, ob Europa seine Grenzen schützen oder den Flüchtlingen helfen sollte, sind kein üblicher und erst recht kein einfacher Krimistoff.

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Baxmeyer und Autor Christian Jeltsch gelingt es dennoch, einen spannenden und über weite Strecken auch plausiblen Film daraus zu stricken, in dem es weniger um die Suche nach den Tätern als um die Frage der Schuld und Verantwortung geht. Denn die, das macht Baxmeyer klar, wird von den Politikern viel zu oft anderen in die Schuhe geschoben – anderen Behörden, extern engagierten Firmen und letztendlich den Grenzschutzbeamten vor Ort, die oft mit der Situation überfordert sind.

Das Tatort-Quiz - Sind Sie ein Experte?

Das Tatort-Quiz - Sind Sie ein Experte?

Neben den überzeugenden Darstellern – von Sabine Postel und Oliver Mommsen als Ermittlerteam über Florence Kasumba als Asylbewerberin bis zu Daniel Lommatzsch in der Rolle des durchdrehenden Beamten von der Wasserschutzpolizei – beeindruckt der differenzierte Umgang mit dem heiklen Thema. Weit entfernt vom klassischen Gut-Böse-Schema legt Baxmeyer seinen Finger in eine der Wunden unserer Zeit und stellt die richtigen Fragen. Was zählt eigentlich noch – Menschlichkeit oder kalter Pragmatismus?

Melanie Brandl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.