ARD-Krimi am Sonntag

Tatort-Kritik zu "Gott ist auch nur ein Mensch" aus Münster: Ist das Kunst?

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Viel zu tun: In der Rechtsmedizin müssen Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und Silke Haller (Christine Urspruch) einen weiteren Toten unter die Lupe nehmen.

„Vom Arschloch zum Arschkriecher“, wurde laut Künstler G.O.D., Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) im „Tatort: Gott ist auch nur ein Mensch“. Maja Yüce über den „Tatort“ aus Münster.

Grund dafür: sein sehr großes Ego, das in G.O.D. seinen Meister fand – schauspielerisch war Aleksandar Jovanovic als G.O.D. ausdrucksstärker, so dass Liefers auch in seinem Kollegen seinen Meister fand. 

Kreativ und bizarr zugleich war diese Folge aus Münster, bei der die Akteure zu stark überzeichnet wurden und es arg gaglastig zuging. Es wurde mehr auf Wortwitz als auf Spannung gesetzt. Denn G.O.D. wurde „Gott“ ausgesprochen und so gab es unzählige Wortspielereien („Gott ist tot“, „Gott ist vorläufig festgenommen“, „Gott ist kein Serienmörder“). Abseits dieses anfangs noch amüsanten Geplänkels bot der „Tatort“ (Regie: Lars Jessen) tatsächlich etwas zum Schmunzeln: Kommissar Thiel (Axel Prahl) nennt G.O.D. bei der Vernehmung „Kasper-König“ – in Anspielung auf Kasper König, den Kurator der echten Großausstellung Skulptur Projekte 2017. 

Selbst bei viel Wohlwollen für das Ermittler-Duo Liefers und Axel Prahl (Kommissar Frank Thiel) gab es zu viele Klischees, die in der Frage des aus Göttingen stammenden Aktionskünstlers Christian Jankowski, der in diesem „Tatort“ unter dem Pseudonym Jan Christowski auftritt, an die Zuschauer gipfelten: Ist das Kunst? Auch wenn in der alles erlaubt ist, der Nachsatz „... oder kann das weg?“, lag da nahe.

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