Tatort-Kritik: In der Hölle des Lebens

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Tod auf dem Schrottplatz: Die „Tatort“-Kommissare Ritter (Dominic Raacke. l.) und Stark (Boris Aljinovic) ermitteln im Fall eines ermordeten Rechtsanwalts.

Berlin - Im Berliner Tatort "Mauerpark" erzählt Autor und Regisseur Heiko Schier eine komplizierte Geschichte. Es geht um die Frage, wie hart eine Strafe sein muss, um gerecht zu sein. Eine Kritik:

Eine schlossartige Villa und ein Schrottplatz, edle Salons und versiffte Baracken – zwischen diesen räumlichen Extremen bewegt sich der jüngste Berliner „Tatort“ (ARD). Doch diese beiden so gegensätzlichen Milieus haben eines gemeinsam. Es ist der Raureif der Traurigkeit, der sich über Orte und Menschen gelegt hat. Kurz sind die Wege zwischen Glück und Leid, zwischen der Gnade der privilegierten Geburt und der Hölle des Lebens.

Eine komplizierte Geschichte erzählt Autor und Regisseur Heiko Schier in „Mauerpark“. Es geht um einen Rechtsanwalt und einen wohltätigen Verein, die (Kinder-)Mörder resozialisieren wollen, und damit um die Frage, wie hart eine Strafe sein muss, um gerecht zu sein. Und zugleich geht es um die Verstrickung derer, die anderen zur zweiten Chance verhelfen wollen, in eigene Schuld.

Kommissare beim Kultkrimi Tatort

Tatort - die älteste Krimireihe im deutschen Fernsehen - begeistert auch nach knapp 40 Jahren noch die Zuschauer. © Bild: WDR
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Diese Augen sind Kult: Seit Beginn der Krimireihe im Jahr 1970 wurde der Vorspann der Serie nicht verändert. © dpa
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Er ist in jeder Tatortfolge dabei und trotzdem kennen ihn wohl die wenigsten: Horst Lettenmayer ist der Mann zu den bekannten Augen und Beinen aus dem Vorspann. 400 Mark soll er damals einmalig für seinen Auftritt bekommen haben. © dpa
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Ulrike Folkerts verkörpert bereits seit 1989 die Ludwigshafener Tatort-Kommissarin Lena Odenthal. © dpa
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An ihrer Seite ist seit 1996 auch ihr Kollege Mario Kopper (gespielt von Andreas Hoppe) auf Spurensuche. © dpa
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Das Team Leitmayr und Batic kümmert sich um die Münchner Fälle. Miroslav Nemec (r.) ermittelt seit 1991 als Kommissar Ivo Batic neben Udo Wachtveitl als Franz Leitmayr. Wachtveitl wurde im Jahr 1990 zum Tatort gerufen. © dpa
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Das bayerische Team hatte bekannte Vorgänger. Von 1972 bis 1981 ermittelte beispielsweise Gustl Bayrhammer als Hauptkommissar Veigl im Münchner Tatort. © dpa
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In Berlin ermittelt Dominic Raacke seit 1990 als Hauptkommissar Till Ritter. Ihm zur Seite steht seit 2001 Felix Stark, gespielt von Boris Aljinovic. © dpa
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Charlotte Lindholm, die Ermittlerin in Hannover verzichtet auf einen festen Kollegen. Maria Furtwängler spielt die souveräne Kommissarin seit 2001. © dpa
Gunther Witte gilt als Tatort-Erfinder. Von ihm stammt die Idee, die Krimireihe regional anzusetzen. Die einzelnen Rundfunkanstalten der ARD produzieren die Folgen des jeweiligen Ermittlerteams. Durch abwechselnden Kommissare wird für Abwechslung gesorgt, was zum Erfolg der Krimireihe beiträgt. © dpa
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Klaus J. Behrendt nahm als Max Ballauf in Köln die Spurensuche erstmals im Jahr 1992 auf. Dietmar Bär kam als Kriminaloberkommissar 1997 zum Kölner Tatort hinzu. © dpa
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Klaus J. Behrendt hatte übrigens 1989 in einer Nebenrolle schon seinen ersten Tatort-Auftritt in Duisburg. Dort ermittelte von 1981 bis 1991 Kommissar Schimanski (Götz George) und sein Kollege Thanner (Eberhard Feik). © dpa
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Seit 1997 ist Sabine Postel als Inga Lürsen in Bremen auf Verbrecherjagd. Ihren Kollegen Stedefreund spielt Oliver Mommsen. © dpa
Seit März 2013 ermittelt Til Schweiger als Nick Tschiller in Hamburg. Er ist der Nachfolger von... © NDR
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... Mehmet Kurtulus, der als Hauptkommissar Cenk Batu in Hamburg ermittelt hat. © dpa
Vor Kurtulus (von 2001 bis 2008) leitete Robert Atzhorn (r.) als Kommissar Jan Casstorff zusammen mit Tilo Prückner als Kommissar Holicek die Geschäfte in Hamburg. © dpa
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Atzhorn und Prückner waren wiederum die Nachfolger der Hamburger Ermittler Stöver (Manfred Krug, l.) und Brockmöller (Charles Brauer). © dpa
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Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) hat sich aus Hamburg nach Münster versetzen lassen. Zusammen mit Rechtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) geht er dort auf Spurensuche. © dpa
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Ihm ist die Tatort-Titelmusik zu verdanken: Klaus Doldinger komponierte die Melodie im Jahr 1970. Seine bekanntesten Werke sind die Titelmusik zu „Das Boot“ und „Die unendliche Geschichte“. © dpa
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Das Kieler Team bilden Axel Milberg als Kommisar Klaus Borowski und Sarah Brandt. © NDR
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Simone Thomalla verkörpert seit 2008 im Tatort Leipzig Kommissarin Eva Saalfeld. Unterstützt wird sie von Andreas Keppler (gespielt von Martin Wuttke). © dpa
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Vor Thomalla und Keppler kümmerten sich um die Leipziger Fälle Peter Sodann (l.) und Bernd Michael Lade als Hauptkommissare Ehrlicher und Kain. © dpa
In Saarbrücken ermitteln zur Zeit Jens Stellbrink (Devid Striesow) und Lisa Marx (Elisabeth Brück). Sie haben das Team... © dpa
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... Stefan Deininger (Gregor Weber, l.) und den bayerische Kommissar Franz Kappl (Maximilian Brückner) abgelöst. © dpa
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Zuvor war Jochen Senf als Kommissar Palu in Saarbrücken auf Verbrecherjagd. © dpa
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Die Stuttgarter Fälle klären Richy Müller als Kommissar Thorsten Lannert und Felix Klare als Kommissar Sebastian Bootz. © dpa
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Zuvor ermittelte Hauptkommissar Bienzle (Dietz Werner Steck) bei den Stuttgarter Tatorten. © dpa
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Am Bodensee ermitteln Hauptkommissarin Klara Blum (Eva Mattes) und ihr Kollege Kai Perlmann (Sebastian Bezzel). © SWR/Schweigert
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Um die österreichischen Fälle kümmert sich Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer). © dpa
Weimar: Nora Tschirner und Christian Ulmen ermitteln in einer Art "Event"-Tatort nur einmal im Jahr. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
In mehr als 700 Folgen ermittelten über 70 Ermittler. Manche kamen nicht über einen Fall hinaus, andere begleiten die Krimifans nun schon über Jahre hinweg. © dpa
Tatort-Ermittler, Krimireihe, ARD
Einige Kommissare und der Tatort-Erfinder waren anlässlich der 600. Folge im Jahr 2005 zu Gast in der Talkshow „Beckmann“. © dpa

Man könnte Schier nun vorwerfen, sich so verheddert zu haben in den Fäden der Handlung, dass er am Ende nicht ohne lange Monologe seiner Protagonisten auskommt, die im Grunde nur der Vermittlung der Vorgeschichte dienen. Doch das wäre kleinlich, immerhin sorgt der Showdown im schäbigen – gegen die Staatsmacht erstaunlich gut zu sichernden Container – für zusätzliche Spannung in einem in sich stimmigen, dicht gewebten Film.

Ein Film, der sich Zeit nimmt, Schicksale auszuleuchten – das der Mutter, die am Tod ihres Sohnes zerbrochen ist, das der reichen Frau, die aus Eifersucht zwei Leben zerstört hat, das des Mannes, der immerzu nur Knecht sein durfte und für seine Arbeitgeber sogar ins Gefängnis ging.

Dem Fall sehr angemessen ist der Auftritt von Dominic Raacke und Boris Aljinovic als Kommissare Till Ritter und Felix Stark. Das Berliner Duo agiert uneitel und mit der richtigen Dosis Empathie. Kein eitles Geplänkel, kein moralisches Getue. Zehn Jahre ermitteln Ritter und Stark bereits gemeinsam – es dürfen gerne noch ein paar Jahre mehr werden.

Rudolf Ogiermann

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