"Tatort"-Kritik: Panade ohne Schnitzel

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Ein Essen mit Folgen: Kopper (Andreas Hoppe) und Lena (Ulrike Folkerts) probieren das Einsteigermenü der Firma „Metropol“.

Ach ja, die Gesellschaftskritik! Steht einem Format wie dem „Tatort“ (ARD) ja oft ganz gut – wenn sie gut gemacht ist. Ob es beim aktuellen "Tatort" geklappt hat, lesen Sie hier:

In „Tödliche Häppchen“, dem jüngsten Fall für Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), haben Autorin Frauke Hunfeld und Regisseur Josh Broecker Kritik an der Nahrungsmittelindustrie zu üben versucht – und sich dabei böse verschluckt!

Es ist eine krude Geschichte, die Hunfeld und Broecker dem Zuschauer da auftischen – mit einer heiligen Johanna der Schlachthöfe (Idil Üner), die umgebracht wird, weil sie in der Fleischfabrik „einer Sache auf der Spur“ war, wie sie ihrem Videotagebuch anvertraute. Steffi Pietsch, wie sie im Film tatsächlich heißt, ist die Karikatur einer Aktivistin, eine, die „etwas bewegen“ und dafür „Opfer bringen“ will und überhaupt nur in platten Formeln redet.

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Ähnlich grob gehackt sind leider auch die anderen Charaktere in diesem Film. Ob es sich nun um die Akteure der privaten Dreiecksgeschichte handelt (Kai Scheve und Kathrin Kühnel) oder um die Kolleginnen am Arbeitsplatz (Bernadette Heerwagen und Floriane Daniel) – über die Feinheiten bei der Figurenzeichnung hat sich der Regisseur keine Gedanken gemacht. Und natürlich ist der Chef des Unternehmens (Johannes Zirner), wie könnte es anders sein, ein zynisches Ekel.

Als ob das alles nicht genügt an Geschmacksverstärkern, essen zufällig auch die Kommissare die Menüs der Firma „Metropol“, die zufällig obendrein im Verdacht steht, verdorbene Ware an einen Kindergarten geliefert zu haben. Bei diesen billigen Zutaten bleibt auch Folkerts und Andreas Hoppe als ihrem Kollegen Mario Kopper nichts anderes übrig, als den Teller lustlos wegzuschieben. Selbst die riskante Recherche im Kühlhaus bringt keine Würze ins Spiel. Kaum vorstellbar, dass diese fade Panade ohne Schnitzel drin die Menschen zum Nachdenken über ihren Fleischkonsum bringt.

Rudolf Ogiermann

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