"Tatort" ist Kult - und wird 40 Jahre alt

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Der "Erfinder" des "Tatorts", der ehemalige Leiter der Programmgruppe Fernsehspiel WDR, Gunther Witter (l-r), die Schauspieler Barbara Philipp und Ulrich Tukur sowie ARD-Programmdirektor Volker Herres halten am 05.10.2010 in Hamburg bei einer Pressekonferenz ein Foto mit einer Szene der ersten "Tatort"-Folge "Taxi nach Leipzig". Am 29. November 1970 wurde der erste Krimi ausgestrahlt.

Berlin - Der "Tatort" ist Kult: Regelmäßig schalten bis zu zehn Millionen Menschen den Krimi ein, Fans treffen sich zum Public-Viewing. Die Ermittler gehören zu den bekanntesten Fernsehpolizisten des Landes. Vor 40 Jahren fing alles an.

Hätte er von der Lawine geahnt, die er damals auslöste, Walter Richter hätte sich darauf noch eine dicke Zigarre und einen Cognac im Dienst gegönnt: Als der 65-jährige Schauspieler mit dem Rollennamen Paul Trimmel am 29. November 1970 das “Taxi nach Leipzig“ bestieg, war der erste ARD-“Tatort“ geboren. Generationen von Kommissaren sollten Walter Richter alias Trimmel folgen. Jetzt, 40 Jahre nach seiner Premiere, ist der Kult-Krimi aus den deutschen Haushalten nicht mehr wegzudenken.

Walter Richter musste zwischen den Staaten ermitteln und überschritt dabei auch undercover die Grenze zur DDR, die damals mit Bau-Containern nachgestellt wurde. Trimmel legte sich mit DDR- Polizisten an und streckte sogar einen mit einem gekonnten Faustschlag nieder. Der tapfere Hamburger Kommissar schaffte es auf seiner Irrfahrt durch den anderen Teil Deutschlands bis zum Leipziger Flughafen, für den der Hamburger Airport damals nur leicht umdekoriert wurde.

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1. Wofür geriet der „Tatort: Im Visier“ 2003 in die Kritik? A: Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde in die Nähe der Russenmafia gerückt. B: Die Polizeipferde waren gedopt. C: Es wurden geheime Polizei-Taktiken verraten. © dpa
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Richtige Antwort: C: Es wurden geheime Polizei-Taktiken verraten. © dpa
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2. In Schweden war man dermaßen begeistert vom „Tatort“, dass dort… A: das Hochschuldiplom in „Reifezeugnis“ umbenannt wurde. B: ein Popduo namens „Stoever & Brockmöller“ Charterfolge feierte. C: ein Drehbuch in Schulbüchern abgedruckt wurde. © dpa
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Richtige Antwort: C: ein Drehbuch in Schulbüchern abgedruckt wurde. © dpa
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3. „Norbert“, „Oskar“ und „Pauline“… A: ermitteln in Saarbrücken. B: hießen die Dackel von Kommissar Veigl. C: sind Titel von „Tatort“-Folgen. © dpa
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Richtige Antwort: C: sind Titel von „Tatort“-Folgen. © dpa
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4. Der Drehbuchautor Felix Huby benannte seinen Kommissar Bienzle nach… A: seinem Lateinlehrer. B: einer Metzgerei. C: dem schwäbischen Wort für Schlapphut. © dpa
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Richtige Antwort: B: einer Metzgerei. © dpa
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5. Die Melodie welches Schlagers dient dem Münsteraner Kommissar Thiel als Handy-Klingelton? A: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. B: Kreuzberger Nächte sind lang. C: In München steht ein Hofbräuhaus. © dpa
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Richtige Antwort: A: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins. © dpa
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6. Mit welcher Geste quittierte Horst Schimanski den Dienst? A: Er rasierte sich den Schnäuzer ab. B: Er ohrfeigte Thanner. C: Er warf seinen Parka weg. © dpa
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Richtige Antwort: C: Er warf seinen Parka weg. © dpa
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7. Welches Ermittlerduo wechselte den Dienstort? A: Batic und Leitmayr. B: Ehrlicher und Kain. C: Odenthal und Kopper. © dpa
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Richtige Antwort: B: Ehrlicher und Kain. © dpa
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8. Welcher Kommissar bescherte mit seinem letzten Fall dem „Tatort“ den bis heute gültigen Zuschauerrekord? A: Horst Schimanski. B: Edgar Brinkmann. C: Heinz Haferkamp. © Wolfgang Werner/dpa/gms
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Richtige Antwort: C: Heinz Haferkamp. © dpa
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9. Im „Tatort: Inflagranti“ wurde das Opfer… A: von der Tarantel gestochen. B: in die Sauna gesperrt. C: vom Trecker überfahren. © dpa
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Richtige Antwort: B: in die Sauna gesperrt. © dpa
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10. Wo steht die Lieblings-Currywurstbude der Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk? A: am Deutzer Rheinufer. B: am Schokolademuseum. C: auf der Domplatte. © dpa
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Richtige Antwort: A: am Deutzer Rheinufer. © dpa

Heute ist “Taxi nach Leipzig“ ein unvergessener Klassiker, auch auf DVD zu haben. Der “Tatort“ hat Geschichte und Geschichten geschrieben. Wie zum Beispiel 1977 im “Reifezeugnis“, als Christian Quadflieg als Gymnasiallehrer ein Verhältnis mit seiner Schülerin Sina (Nastassja Kinski) hatte und ganz Deutschland am Montag darauf über den Wolfgang-Petersen-Krimi diskutierte. Kommissar Finke (Klaus Schwarzkopf) aus Kiel musste damals den Mord an einem Mitschüler von Sina aufklären.

Finke, Trimmel - vom Typ her eher muffige Beamtenspießer. Mit dem Zollfahnder Kressin (Sieghardt Rupp), der 1971 bis 1973 seinen Dienst verrichtete, dem charmanten Kommissar Haferkamp (Hansjörg Felmy), der 1980 den Dienst quittierte, und dem schlagfertigen Schimanski (Götz George), der 1991 mit seinem Partner Eberhard Feik (er starb 1994) ausschied, entwickelte sich eine Männerriege, die nicht nur die Gangster dingfest machte, sondern auch Frauenherzen höherschlagen ließ. “Schimis“ Currywurstgenuss und seine ungewaschene Jacke wurden zu Markenzeichen.

Doch die Männerfront bekam ihr weibliches Gegenstück, zunächst zaghaft, dann mit aller Macht: Gingen Karin Anselm, Nicole Heesters oder Hannelore Elsner nur sporadisch auf Ganovenjagd, rückte die nächste Generation weiblicher Ermittler den Tätern mit verstärkter Präsenz auf die Pelle: Die “dienstälteste“ Ulrike Folkerts sowie Maria Furtwängler, Eva Mattes, Sabine Postel und seit gut zwei Jahren Simone Thomalla stehen mit ihren männlichen Kollegen auf Augenhöhe.

Der “Tatort“ glänzt auch deswegen, weil er nach dem “Reifezeugnis“ bis heute immer wieder für Gesprächsstoff sorgte: Er mischt sich ein in Migrantenthemen, in politische Konflikte oder spießt Discounter auf, die ihre Mitarbeiter ausbeuten. Der “Tatort“ behauptet sich sonntags gegen das seichte ZDF-Melodram um Pilcher oder Lindström, er nimmt den Kampf auf mit dem Hollywood-Blockbuster auf ProSieben und RTL. Er ist eine Marke, die der ARD lange zur Nummer eins verhalf, wenn auch in diesem Jahr die Kraft des “Tatorts“ dazu nicht reichen wird, denn nach Marktanteilen liegt RTL insgesamt besser.

Für die ARD und ihre neun Landesanstalten ist die Marke “Tatort“, die an diesem Sonntag (28. November) Ulrich Tukur als neuester Ermittler abrundet, ein lohnendes Geschäft, eine Art Industrieware: In mehr als 50 Länder werden die Folgen vertrieben, die Zweitausstrahlungen erfolgen in den dritten Programmen an Sendeplätzen, die aufeinander abgestimmt sind - ein ideales Zusammenwirken der sonst nicht immer einigen Partner.

“Tatort“-Erfinder Gunther Witte dürfte mit seinem Orakel, das er schon vor mehr als zehn Jahren präsentierte, völlig recht haben: “Walter Riester plant seine Rentenreform fürs nächste Jahrtausend - Unwägbarkeiten eingeschlossen. Dagegen erscheint der 50. “Tatort“- Geburtstag als sicher.“

dpa

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