Vorschau auf ARD-Film

"Tatort: Meta" am Sonntag: Außergewöhnliches Krimi-Experiment

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"Tatort"-Kommissare auf dem roten Teppich der Berlinale – eine optische Täuschung? Die Ermittlungen führen die Kommissare Nina Rubin und Robert Karow (Meret Becker und Mark Waschke) tatsächlich in eine Premiere bei den Filmfestspielen.

Berlin. Alles beginnt mit einem Finger: Der Berliner "Tatort: Meta" am Sonntagabend ist außergewöhnlich. Warum, klären wir in unseren Fragen und Antworten.

Ein geheimnisvolles Paket landet im Berliner Polizeipräsidium auf dem Schreibtisch von Kommissar Robert Karow (Mark Waschke). Darin: ein abgeschnittener, in Formaldehyd eingelegter Finger. Der Auftakt des ungewöhnlichen „Tatorts: Meta“, der am Sonntag, 20.15 Uhr, im Ersten läuft.

Was hat es mit dem abgetrennten Finger auf sich?

Das Päckchen stammt aus der Anonymität eines Miet-Lagerhaus. Dort finden Karow und seine Kollegin Nina Rubin (Meret Becker) die in einer Kiste konservierte Leiche einer jungen Prostituierten. Schnell stoßen die Ermittler auf eine Filmproduktionsfirma, die nur einen einzigen Film, „Meta“, produziert hat. Der feiert gerade auf der Berlinale Premiere. Die Filmfestspiele haben am Donnerstag tatsächlich begonnen.

Was macht den „Tatort“ so außergewöhnlich?

Genau diese Vermischung von Realität und Film. „Meta“ hat exakt jene Handlung, die Karow und Rubin nun selbst erleben. Die Kommissare holen den Regisseur (allzu klischeehaft: Isaak Dentler) aus der Berlinale-Vorführung, wo gerade auf der Leinwand zu sehen ist, wie die Kommissare (Ole Puppe und Fabian Busch) einen Regisseur aus einem Kino abführen. Es ist ein bisschen wie beim Blick in gegenüberliegende Spiegel, wenn sich das Bild unendlich wiederholt. Meret Becker spricht von einem „Zwiebeltatort“: „Da ist immer noch eine Schicht und das nimmt kein Ende.“

Wie gehen die Ermittler mit dieser Verdoppelung der Ereignisse um?

Rubin plädiert für Nüchternheit: Es ist ja nur ein Film. Karow vergräbt sich darin bis zur völligen Erschöpfung, er glaubt, dass alles exakt abläuft, wie es Drehbuchautor Peter Koteas (Simon Schwarz) mit „Meta“ hinterlassen hat. Das Problem: Der hochintelligente, aber psychisch gestörte Beschäftigte einer Videothek hat sich mittlerweile das Leben genommen. Hatte er geplant, dass die Wirklichkeit sein Drehbuch nachvollziehen soll?

Und wer ist für dieses Krimi-Experiment verantwortlich?

Erol Yesilkaya (Buch) und Sebastian Marka (Regie) haben bislang fünf "Tatorte" gemacht, darunter den brillanten Münchner Fall „Die Wahrheit“ über den unmotivierten Mord an einem Familienvater auf offener Straße und „Das Haus am Ende der Straße“ mit Joachim Król und Armin Rohde für den HR. Hier muten sie den Zuschauern einiges zu – Anspielungen auf Martin Scorseses „Taxi Driver“ als zusätzliche Ebene inbegriffen.

Die schwierige Geschichte des sich aneinander reibenden Duos Karow/Rubin schreiben sie überzeugend fort: Er kalter Perfektionist, sie emotionale Chaotin, wie es zu Beginn der unterschiedliche Aufbruch zur Arbeit wunderbar deutlich macht, müssen sich die beiden doch zusammenraufen. Und schaffen es auch.

Die Kritik lesen Sie am Sonntagabend auf hna.de.

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