ARD-Krimi

Kritik zum Berliner "Tatort: Meta": Experiment missglückt

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Berliner Ermittler: Nina Rubin (Meret Becker), Robert Karow (Mark Waschke).

Es war ein Fall für Soziologen, die dicke Bücher über das Beobachten der Beobachter beim Beobachten schreiben, oder für Philosophen, die nach dem Wesen der Wahrheit fragen.

Der RBB-„Tatort: Meta“ war ein ungewöhnlicher Krimi: wegen eines Films im Film, in dessen Plot die Ermittler gefangen schienen. Das Changieren zwischen Fiktion und Realität bot einige krasse Schockmomente – wie der Unfall von Nina Rubin (Meret Becker). Nach Plausibilität durfte man nicht fragen. Schon dass ein Schlüssel über ein Jahr in einem Berliner Bahnhofs-Schließfach lagern kann, dürfte eher unwahrscheinlich sein.

Die Idee: Die Film-im-Film-Handlung folgt nicht einfach einem Vorbild der Realität, sie setzt das Geschehen mit der Premiere überhaupt erst in Gang und spult es mit größter Präzision in der Wirklichkeit ab, eingefädelt von einem inzwischen toten Drehbuchautor, der sich auch noch an Scorseses „Taxi Driver“ orientiert: Das alles war zu viel.

Was den experimentierfreudigen Erol Yesilkaya (Buch) und Sebastian Marka (Regie) hervorragend gelang: Sie zeichneten die Charaktere der gegensätzlichen Ermittler genauer, schärften die Profile von Robert Karow (Mark Waschke) und Rubin. Die Szenen der vom Beruf geforderten Kommissarin mit Sohn Kaleb, der beim Vater leben will, waren anrührend.

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